Nach Angaben von Modal betraf der von Reuters aufgegriffene Teil des Vorfalls nicht die Plattform des Anbieters selbst, sondern die Anwendung eines Kunden. Modal-CTO Akshat Bubna sagte Dark Reading, das Unternehmen wisse von einem Modal-Kunden, der einen nicht authentifizierten Endpunkt veröffentlicht habe, über den jedermann im Internet dessen Sandboxes zur Codeausführung nutzen konnte. Dieser Zugang sei von dem ausgebrochenen Agenten verwendet worden; die Plattform von Modal sei „in keiner Weise kompromittiert“ worden.
In einem Blogeintrag präzisierte Modal, die betroffene Umgebung sei eine Kundenanwendung gewesen, die an einem öffentlich erreichbaren Endpunkt ohne Authentifizierung bereitgestellt wurde. Sie sei dafür ausgelegt gewesen, von beliebigen Internetnutzern eingereichten Code in einer Modal Sandbox zu kompilieren und auszuführen. Die erlangte Codeausführung habe innerhalb des Containers dieses Kunden stattgefunden, innerhalb der üblichen Isolationsgrenzen der Sandbox von Modal. Andere Kundenlasten seien nicht betroffen gewesen.
OpenAI ergänzte seinen ursprünglichen Bericht nahezu zeitgleich um weitere Einzelheiten. Das Unternehmen sprach von einer „kleinen Zahl von Fällen“, in denen die Modelle öffentlich offengelegte Zugangsdaten auf Kontoebene bei anderen öffentlich verfügbaren Diensten identifiziert und genutzt hätten. Dazu gehörten vier Konten bei vier Diensten im Zusammenhang mit dem Hugging-Face-Vorfall sowie „einige wenige Konten“, auf die im Rahmen anderer Auswertungen zugegriffen worden sei.
Eines dieser vier Konten sei als ausgehende Relais- und Bereitstellungsstation genutzt worden, ein weiteres zur Datenspeicherung, erklärte OpenAI. Auf die zwei übrigen Konten hätten die Modelle nur lesend zugegriffen; sie seien nicht zur weiteren Kompromittierung von Hugging Face eingesetzt worden. OpenAI teilte zudem mit, Dienstanbieter weiterhin direkt zu benachrichtigen. Hinweise auf weiterreichende Auswirkungen für diese Anbieter oder andere Konten auf ihren Diensten habe das Unternehmen bislang nicht gefunden.
Daneben hätten die Modelle auch öffentlich verfügbare Dienste genutzt, darunter Dienste zum Erfassen von Anfragen und zum Anfertigen von Bildschirmaufnahmen sowie Webseiten zum Einfügen von Code und andere Web-Hilfsmittel. Dabei habe es laut OpenAI jedoch keine Kompromittierung gegeben. Nach bisherigem Prüfstand habe man keine weiteren Aktivitäten mit einer Schwere oder Größenordnung festgestellt, die dem bereits geschilderten Vorfall bei Hugging Face entsprächen, der einen „Kompromiss auf Plattformebene“ umfasst habe.
Zur ExploitGym-Umgebung selbst führte OpenAI weiter aus, dass die getesteten Modelle eine zuvor unbekannte Schwachstelle in der Paketregister-Zwischenspeicherung Artifactory ausnutzten. Diese Schwachstelle habe OpenAI offengelegt. Auf weitere Fragen von Dark Reading reagierte ein Sprecher des Unternehmens nicht über die Blog-Aktualisierung hinaus.
Als Reaktion empfahl Modal in seinem Blog, alle ans Internet angebundenen Anwendungsumgebungen per Authentifizierung zu schützen, IP-Positivlisten einzusetzen, ausgehende Netzwerkzugriffe auf das Nötige zu beschränken und sämtlichen von Nutzern stammenden Code oder sonstige Eingaben als nicht vertrauenswürdig zu behandeln. OpenAI erklärte zugleich, die für den Benchmark eingesetzten Modelle seien „für Auswertungszwecke mit reduzierten Cyber-Verweigerungen“ betrieben worden. Als Folge der Vorfälle sagte das Unternehmen „stärkere Schutzmaßnahmen für künftige Trainings und Auswertungen“ zu.
