Meta hat Mitte Januar eine koordinierte Einflussoperation unterbrochen, die von Iran aus gesteuert wurde und auf Instagram sowie Facebook tätig war. Das Netzwerk arbeitete mit einer durchdachten Strategie: Zunächst erstellten die Verantwortlichen über 300 gefälschte Konten mit ausgefeilten Profilen. Diese gaben sich als Journalisten, politische Kommentatoren, Frauenrechtsaktivisten oder satirische Karikaturisten aus – alle versehen mit KI-generierten Profilfotos und glaubwürdigen Lebensläufen.
Die Strategie folgte einem bewährten Schema: Die Fake-Accounts bauten zunächst Beziehungen zu echten Nutzern auf, engagierten sich in Diskussionen und gewannen so Vertrauen. Ein zweites Netzwerk von Amplifizier-Konten verstärkte dann gezielt die Reichweite der politischen Botschaften. Um noch authentischer zu wirken, erstellte das Netzwerk zudem künstliche Nachrichtenmedien und vermischte politische Inhalte mit alltäglichen News-Beiträgen.
Die gesamte Operation konzentrierte sich auf englischsprachige Zielgruppen in den USA und verbreitete systematisch Inhalte, die gegen Israel und die US-Politik im Nahen Osten argumentierten – eine Taktik, die in früheren iranischen Kampagnen bereits beobachtet wurde.
David Agranovich, Leiter der globalen Bedrohungsbekämpfung bei Meta, erklärte gegenüber Reportern: “Diese Operationen bauen zunächst Glaubwürdigkeit auf. Sie interagieren mit Menschen, knüpfen Beziehungen und führen dann Botschaften ein, die auf eine Beeinflussung der öffentlichen Debatten abzielen.”
Meta gelang die Unterbrechung, bevor das Netzwerk eine größere Gefolgschaft aufbaute. Etwa 41.000 Accounts folgten den gefälschten Profilen, die jedoch nur minimale Engagement-Raten verzeichneten. Die Operation begann 2024 auf X und expandierte im Sommer 2025 zu Facebook und Instagram, bevor Meta sie durch Verhaltensanalysen und Verbindungen zu bekannten iranischen Kampagnen identifizierte und stoppte.
Meta betont, dass es bislang keine neuen großangelegten Einflussoperationen im Zusammenhang mit der jüngsten Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA beobachtet hat. Agranovich warnte jedoch: “Solche Operationen entstehen nicht über Nacht. Es braucht Zeit, um die Infrastruktur und neue Narrativen zu entwickeln.” Die Entdeckung unterstreicht, wie wichtig kontinuierliche Überwachung sozialer Medien für die Sicherung demokratischer Prozesse ist.
