Die enttarnten Profile waren laut Meta mit ausführlichen Hintergrundgeschichten und Berufen ausgestattet. Darunter befanden sich eine Politikwissenschaftlerin, eine Aktivistin für Frauenrechte und ein satirischer Karikaturist. Für die Profilbilder kamen mehrere KI-generierte Fotos zum Einsatz, um die Glaubwürdigkeit der Konten zu erhöhen.

Darüber hinaus baute das Netzwerk nach Darstellung des Unternehmens scheinbar basisnahe Medienmarken auf. Diese mischten politische Botschaften mit allgemeinen Nachrichten und unpolitischen Inhalten, damit die Konten seriöser und weniger offensichtlich koordiniert wirkten.

„Solche Operationen versuchen oft, zuerst Glaubwürdigkeit aufzubauen", sagte David Agranovich, bei Meta zuständig für die Abwehr globaler Bedrohungen, in einem Gespräch mit Journalisten. „Sie treten mit Menschen in Kontakt, bauen Beziehungen auf und führen dann Botschaften ein, die darauf ausgelegt sind, öffentliche Debatten zu beeinflussen."

Nach Angaben von Meta nahm die Operation 2024 auf der Plattform X ihren Anfang und weitete sich im Sommer 2025 auf Facebook und Instagram aus. Das Unternehmen betont, das Netzwerk noch entfernt zu haben, bevor es eine große Gefolgschaft gewinnen konnte.

Meta erklärte zudem, bislang keine bedeutenden neuen Einflusskampagnen beobachtet zu haben, die mit der jüngsten Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA nach Luftangriffen auf iranische Ziele in Verbindung stünden.

„In Situationen wie dieser tauchen Einflussoperationen normalerweise nicht über Nacht auf", sagte Agranovich. „Es dauert oft eine Weile, bis die Akteure ihre Botschaften umstellen und die Infrastruktur aufbauen, die für solche Kampagnen nötig ist."