Nach Angaben der Federal Trade Commission hat Hims & Hers Kundeninformationen nicht nur über Listen bestimmter Nutzer an Werbeplattformen übermittelt, sondern auch über Tracking-Technologien Dritter. In einer Mitteilung erklärte die Behörde, Hims habe „Gesundheitsinformationen seiner Verbraucher mit Werbeplattformen geteilt, indem es Listen bestimmter Kunden mit diesen Unternehmen teilte“. Genannt werden dabei Snap, Meta und weitere Plattformen.
Im Zentrum der Klage steht der Vorwurf, dass diese Praxis den öffentlichen Datenschutzzusagen des Unternehmens widersprochen habe. Die Beschwerde der FTC verweist darauf, dass Hims auf seiner Website betont habe, wie streng die Privatsphäre von Patienten geschützt werde. Dort habe das Unternehmen unter anderem versprochen, dass die „medizinischen Unterlagen und sensiblen Informationen“ der Kunden „nur von den medizinischen Anbietern eingesehen werden, die Ihre Behandlung betreuen“.
Außerdem habe sich Hims laut Klageschrift mit einem „zu 100 Prozent online, privaten und sicheren Prozess“ vermarktet. Nach Darstellung der FTC vermittelte das Verbrauchern den Eindruck, dass ihre Gesundheitsdaten nicht an Dritte offengelegt würden. Die Behörde formuliert den Vorwurf so: Statt seine Datenschutzversprechen einzuhalten, habe sich Hims dafür entschieden, das Unternehmen auszubauen und zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.
Hims & Hers weist die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, die Klage „ignoriere wesentliche Belege, die wir der FTC während ihrer fast dreijährigen Untersuchung vorgelegt haben, übergehe geltende Gesetze der Bundesstaaten und Branchenstandards in der Telemedizin und verdrehe die Rechtslage, um Vorwürfe zu konstruieren“. Weiter hieß es: „Das ist keine Durchsetzung des Verbraucherschutzes, sondern ein Versuch, auf unsere Kosten Schlagzeilen zu erzeugen.“
Das Unternehmen erklärte zudem, Kunden verfügten über die Informationen, die sie für „informierte“ Entscheidungen zu ihrer Behandlung benötigten. Hims & Hers verwies dabei auf seine Datenschutzrichtlinie, in der Nutzer nach Angaben des Unternehmens darüber informiert würden, dass sie steuern könnten, wie mit ihren Daten umgegangen werde.
Die Klage beschränkt sich nicht auf die Weitergabe von Gesundheitsdaten. Die FTC wirft Hims & Hers außerdem vor, es Kunden unnötig schwer gemacht zu haben, ihre Abonnements zu kündigen, und sie über Abrechnungspraktiken getäuscht zu haben. Neben der Bundesbehörde beteiligen sich auch Utah und Kalifornien an dem Verfahren.
