Analog Devices hat gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC einen Sicherheitsvorfall bestätigt. Nach Unternehmensangaben verschaffte sich eine unbefugte Partei Zugang zu bestimmten Systemen der Firma und exfiltrierte einzelne Dateien. Entdeckt wurde der Vorfall am 23. Juni 2026.
Wie Analog Devices mitteilt, wurden nach der Entdeckung sofort die internen Reaktionsprotokolle aktiviert. Außerdem beauftragte das Unternehmen externe Cybersicherheitsexperten, um die Eindämmung und die Untersuchung zu unterstützen. Nähere Angaben dazu, um welche Daten es sich bei den abgeflossenen Dateien handelt, liegen bislang nicht vor.
In der SEC-Mitteilung erklärt der Konzern, es gebe derzeit keine Erkenntnisse, dass gestohlene Daten im Internet veröffentlicht oder für betrügerische Zwecke genutzt wurden. Gleichwohl werde das Unternehmen die Lage weiter beobachten und notwendige Maßnahmen ergreifen. Zudem seien Strafverfolgungsbehörden informiert worden. Betroffene Parteien und Regulierungsbehörden sollen Benachrichtigungen über die kompromittierten Informationen erhalten.
Nach Darstellung von Analog Devices blieb der Geschäftsbetrieb von dem Vorfall unberührt. Das Unternehmen rechne nach aktuellem Stand auch nicht damit, dass das Ereignis wesentliche Auswirkungen auf die eigenen Abläufe oder die Finanzlage haben werde.
Analog Devices entwickelt analoge Chips, Mixed-Signal-Bausteine, Komponenten für das Energiemanagement sowie Chips für die digitale Signalverarbeitung. Diese werden unter anderem in der Industrieautomatisierung, in Fahrzeugsystemen, Kommunikationsinfrastrukturen, medizinischen Geräten, der Luft- und Raumfahrt sowie in Rechenzentren eingesetzt. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 24.500 Menschen und erzielte 2025 einen Umsatz von mehr als 11 Milliarden US-Dollar.
Zusätzlich erklärte Analog Devices, separat eine andere, davon unabhängige Cybersicherheitsangelegenheit zu prüfen, die in öffentlichen Berichten am 26. Juli bekannt wurde. Der Quelltext verweist darauf, dass dies mit der Gruppe ExfilSquad zusammenhängen könnte, die Analog Devices kürzlich auf ihrer Leak-Seite aufgeführt und behauptet hatte, Informationen aus Unternehmenssystemen exfiltriert zu haben.
Inzwischen führt ExfilSquad Analog Devices dort jedoch nicht mehr. Warum der Eintrag entfernt wurde, ist unklar. Der Quelltext verweist darauf, dass Bedrohungsakteure Unternehmen häufig von solchen Seiten nehmen, wenn Verhandlungen über Lösegeld beginnen. Ob ein Zusammenhang zwischen dem von ExfilSquad behaupteten Eindringen und dem in der SEC-Meldung offengelegten Vorfall besteht, ist bislang offen. Abgesehen von der Behauptung von ExfilSquad hat laut Quelltext keine andere Ransomware- oder Daten-Erpressungsgruppe einen Angriff auf Analog Devices bekannt gemacht.
