Analog Devices mit Sitz in Massachusetts beschäftigt nach eigenen Angaben rund 24.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 12 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entwickelt und fertigt analoge, Mixed-Signal- und digitale Signalverarbeitungschips, die in Industrie-, Automobil- und Kommunikationsausrüstung eingesetzt werden.

In einer am Mittwoch eingereichten Mitteilung an die SEC erklärte Analog Devices, dass am 23. Juni ein unbefugter Zugriff auf bestimmte Systeme festgestellt worden sei. Die daraufhin eingeleitete Untersuchung erfolgte mit Hilfe externer Sicherheitsexperten und führte zu dem Ergebnis, dass Angreifer bestimmte Dateien gestohlen haben.

Offen blieb zunächst, um welche Daten es sich dabei handelt. Analog Devices machte keine Angaben dazu, welche Art von Informationen kompromittiert wurde. Das Unternehmen betonte zugleich, dass der Vorfall den laufenden Betrieb nicht gestört habe.

Außerdem erklärte der Chiphersteller, ihm lägen bislang keine Hinweise darauf vor, dass die entwendeten Dateien bereits veröffentlicht wurden oder für böswillige Zwecke verwendet werden. Nach Unternehmensangaben ist auch nicht zu erwarten, dass sich der Vorfall wesentlich auf Geschäftstätigkeit, Betrieb oder Finanzlage auswirkt.

Besonders auffällig ist ein zusätzlicher Hinweis in der SEC-Meldung. Dort schreibt Analog Devices: „Separat und ohne Zusammenhang wurde das Unternehmen am 26. Juli 2026 auf öffentliche Berichte über einen anderen Cybersicherheitsvorfall aufmerksam gemacht und prüft derzeit dessen Stichhaltigkeit, Umfang und mögliche Auswirkungen.“

Laut SecurityWeek dürfte sich dieser Passus auf die neue Erpressergruppe ExfilSquad beziehen. Die Gruppe behauptet, 570.000 Datensätze von Analog Devices gestohlen zu haben. ExfilSquad spezialisiert sich dem Bericht zufolge auf Datendiebstahl und scheint bei seinen Angriffen keine dateiverschlüsselnde Ransomware einzusetzen.

Auf der Leak-Seite der Gruppe werden derzeit unter anderem Microsoft, die Städte Atlanta und Houston sowie das britische Bildungsministerium als Opfer genannt. SOCRadar wies jedoch in einer Analyse in dieser Woche darauf hin, dass einige der Behauptungen der Gruppe übertrieben oder frei erfunden zu sein scheinen.

Bemerkenswert ist auch, dass Analog Devices zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht mehr auf der Website der Cybercrime-Gruppe auftauchte. SecurityWeek erklärte zudem, man habe Analog Devices um weitere Informationen gebeten.