Die Erpressungskampagne richtet sich gegen das britische Bildungsministerium und stützt sich auf gestohlene Daten aus zwei Portalen. ExfilSquad beansprucht den Vorfall für sich und verlangt eine Zahlung, damit die Informationen nicht veröffentlicht werden. Eine Verschlüsselung der betroffenen Systeme wird in dem Bericht ausdrücklich nicht behauptet.

Ein Sprecher des Department for Education erklärte, die von den Tätern genannte Zahl von mehr als 600.000 beziehe sich auf Datenzeilen und nicht auf die Zahl betroffener Menschen. Betroffen gewesen seien das DfE Help Desk Self-Service Portal sowie das Turing Scheme Portal. Das Ministerium erklärte zudem, man habe den Vorfall schnell eingedämmt.

Nach Darstellung des DfE handelt es sich bei den betroffenen Informationen nur um Kundendienst-Kontaktdaten von Einzelpersonen und Organisationen. Das Risiko für Betroffene werde deshalb nicht als hoch bewertet. Zugleich betonte das Ministerium, auf keine anderen Daten sei zugegriffen worden.

Separat betroffen ist auch die Police National Legal Database (PNLD). Dort könnten 135.000 Dateneinträge Namen, Polizeibehörden und dienstliche E-Mail-Adressen von Polizeibeschäftigten und anderen im Strafjustizsystem arbeitenden Personen identifizierbar machen. Geschützte Informationen aus Ermittlungen oder zu Zeugen sind nach dem Bericht nicht enthalten.

Das Home Office lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorfall bei der PNLD ab. Ein Sprecher des National Cyber Security Centre erklärte, die Behörde unterstütze „Kollegen aus der Strafverfolgung bei der Reaktion auf einen Vorfall, der die Police National Legal Database betrifft“.

Für Lösegeldzahlungen gilt in der britischen Regierung eine klare Linie: Nach Regierungsrichtlinie werden solche Zahlungen nicht geleistet. Zudem trieb die Regierung im vergangenen Jahr Pläne voran, die Ransomware-Ökonomie auszutrocknen, indem Zahlungen durch Einrichtungen des öffentlichen Sektors und Organisationen in der kritischen nationalen Infrastruktur nach Ransomware-Angriffen verboten werden sollen. Diese Regelung ist allerdings noch kein Gesetz.

Daten der britischen Datenschutzaufsicht zufolge sind Ransomware-Angriffe auf die Zentralregierung in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Nach 11 Vorfällen im Jahr 2023 wurden in den beiden darauffolgenden Jahren nur noch vier gemeldet. Neuere Daten liegen nicht vor.