Im Mittelpunkt des aktuellen Chrome-Updates steht eine ungewöhnlich große Zahl an behobenen Schwachstellen. Google hat in einer am 29. Juli 2026 veröffentlichten Aktualisierung insgesamt 370 Fehler geschlossen. Sieben davon gelten als kritisch und laufen unter den Kennungen CVE-2026-17650 bis CVE-2026-17656.

Von den 370 Schwachstellen wurden 349 laut Google intern entdeckt. Der Konzern nennt dabei mehrere Werkzeuge und Verfahren, mit denen die Fehler identifiziert wurden: AddressSanitizer, MemorySanitizer, UndefinedBehaviorSanitizer, Control Flow Integrity, libFuzzer und AFL. Diese Zuschreibung ist relevant, weil sie zeigt, dass ein Großteil der Funde aus der eigenen Prüf- und Testinfrastruktur des Herstellers stammt.

Nach Angaben von Google gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass eine der nun gepatchten Schwachstellen bereits aktiv ausgenutzt wurde. Anders als bei außerplanmäßigen Sicherheitsupdates wegen Zero-Day-Angriffen steht hier also nicht eine bestätigte Angriffswelle im Vordergrund, sondern ein breit angelegtes Patch-Paket.

Die abgesicherten Versionen sind 151.0.7922.71/.72 für Windows und Mac sowie 151.0.7922.71 für Linux. Nutzer dieser Plattformen erhalten damit die korrigierten Browser-Builds, in denen die jetzt geschlossenen Lücken beseitigt sind.

Bemerkenswert ist auch der größere Kontext der Meldung: Seit Beginn des Jahres hat Google nach eigenen Angaben mehr als 1.800 Schwachstellen in Chrome behoben. Das aktuelle Update macht damit einen erheblichen Teil dieser Gesamtzahl aus.

Parallel dazu verweist eine neue Auswertung von VulnCheck auf einen allgemeinen Trend bei Schwachstellen und deren Ausnutzung. Demnach zeigten 23,43 Prozent der bekannten aktiv ausgenutzten Schwachstellen Belege für eine Ausnutzung am oder vor dem Tag der Veröffentlichung der jeweiligen CVE. Zugleich sinkt laut VulnCheck die mittlere Zeitspanne von der Veröffentlichung einer CVE bis zur Aufnahme als bekannte ausgenutzte Schwachstelle: von 120 Tagen im Jahr 2025 auf 80 Tage in der ersten Hälfte 2026.

VulnCheck nennt außerdem die am häufigsten von Ausnutzungsaktivitäten betroffenen Technologiekategorien. Dazu zählen CMS-Systeme, Netzwerk-Edge-Geräte, Betriebssysteme, Server-Software und KI-Infrastruktur wie Langflow, Majordomo, lollms, LiteLLM und dify. Für den konkreten Chrome-Patch stellt Google jedoch klar, dass keine der jetzt geschlossenen Lücken als aktiv ausgenutzt markiert wurde.

Damit bleibt die Kernaussage des Updates eindeutig: Google liefert ein sehr umfangreiches Sicherheitsupdate für Chrome aus, schließt dabei 370 Schwachstellen, darunter sieben kritische, und meldet für diese Fehler derzeit keine bestätigte Ausnutzung in freier Wildbahn.