Brinks Home beschreibt sich als Anbieter von Heimsicherheitsdiensten für mehr als 1 Million Kunden in den USA, Kanada und Puerto Rico. Das Unternehmen erzielt laut den vorliegenden Angaben rund 830 Millionen US-Dollar Jahresumsatz, beschäftigt bis zu 1.500 Mitarbeiter und vertreibt unter anderem Sensoren, Panels, Kameras sowie Produkte für die Heimautomatisierung wie Schlösser, Thermostate und Steckdosen.
Nach Angaben von BleepingComputer erklärte ShinyHunters in einem Gespräch, der Angriff auf Brinks Home habe bereits am 13. Juli begonnen. Die Gruppe behauptet, sich über einen Voice-Phishing-Angriff auf Microsoft Entra Zugang verschafft zu haben. Bei dieser Form des Social Engineering rufen Angreifer Beschäftigte an und bewegen sie dazu, einen Authentifizierungs- oder Registrierungsprozess in Microsoft Entra abzuschließen, wodurch der Zugriff auf das betroffene Konto möglich wird.
ShinyHunters behauptet weiter, mehr als 1,1 Millionen Datenzeilen mit Kundendaten aus dem Salesforce-Objekt „Contacts“ exfiltriert zu haben. Hinzu kämen nach Darstellung der Gruppe mehr als 4.000 Zeilen mit personenbezogenen Daten von Brinks-Home-Beschäftigten, darunter vollständige Namen, E-Mail-Adressen, Berufsbezeichnungen und Telefonnummern. Außerdem will die Erpressergruppe mehr als 3,8 Millionen Kundensupport-Chatprotokolle aus der Brinks-Care-Cresta-Instanz entwendet haben.
BleepingComputer schreibt jedoch ausdrücklich, die angeblich gestohlenen Daten nicht eingesehen zu haben und die Angaben von ShinyHunters nicht verifizieren zu können. Auch Brinks Home selbst hat den behaupteten Umfang bislang nicht bestätigt. In einer Aktualisierung zum Vorfall teilte das Unternehmen mit, man untersuche den Angriff noch und habe „noch nicht genau bestätigt, welche Informationen betroffen waren oder wessen Informationen es waren“.
In einem FAQ zum Vorfall erklärt Brinks Home zudem: „Wenn wir feststellen, dass Ihre Informationen betroffen waren, werden wir Sie benachrichtigen und erläutern, welche Schritte Sie gegebenenfalls unternehmen sollten.“ Parallel warnt das Unternehmen davor, dass Bedrohungsakteure den Vorfall ausnutzen könnten, um betrügerische Nachrichten im Namen von Brinks Home oder anderer an der Reaktion beteiligter Parteien zu versenden.
Kunden rät Brinks Home daher, nicht auf verdächtige Nachrichten zu reagieren, keine darin enthaltenen Links anzuklicken und solche Mitteilungen stattdessen zu löschen. Unverändert betont das Unternehmen, dass der Einbruch weder die Alarmüberwachung noch die Funktionsfähigkeit seiner Systeme beeinträchtigt habe.
