Analog Devices machte den Vorfall in einer Einreichung vom Mittwoch bei der Securities and Exchange Commission öffentlich. Demnach erkannte das Unternehmen am 23. Juni einen „unbefugten Zugriff“ auf bestimmte Systeme. Unmittelbar danach sei die Reaktion auf den Vorfall eingeleitet worden, unterstützt von externen Cybersicherheitsexperten und in Abstimmung mit Strafverfolgungsbehörden.

Bei der Untersuchung stellte der Chiphersteller fest, dass „bestimmte Dateien“ exfiltriert wurden. Welche Daten genau betroffen sind und wie groß der Umfang der Datenschutzverletzung ist, hat das Unternehmen bislang nicht beziffert. Analog Devices erklärte zugleich, nicht zu erwarten, dass der Vorfall wesentliche Auswirkungen auf das eigene Geschäft haben wird.

In der Meldung an die SEC betont das Unternehmen außerdem, nach seinem derzeitigen Kenntnisstand seien die abgeflossenen Daten weder öffentlich gemacht noch für betrügerische Zwecke verwendet worden. Diese Einschränkung ist zentral, weil sie den aktuellen Ermittlungsstand beschreibt, ohne den Vorfall bereits abschließend zu bewerten.

Zusätzlich nannte Analog Devices eine weitere „separate Cybersicherheitsangelegenheit“, über die das Unternehmen am 26. Juli informiert worden sei. Nach Darstellung der Firma steht sie nicht mit dem Eindringen im Juni in Verbindung. Analog Devices prüft nach eigenen Angaben noch deren Belastbarkeit, Umfang und mögliche Auswirkungen. Weitere Einzelheiten zu diesem mutmaßlichen Vorfall nannte das Unternehmen nicht.

Allerdings könnte dieser zweite Fall mit Behauptungen der Ransomware-Gruppe ExfilSquad zusammenhängen. Die Gruppe hatte veröffentlicht, sie habe mehr als 570.000 Datensätze im Zusammenhang mit Kunden von Analog Devices gestohlen. Ein Sprecher von Analog Devices beantwortete Fragen zu diesen Ransomware-Behauptungen nicht.

Analog Devices ist ein bedeutender Akteur der Halbleiterindustrie. Das Unternehmen kommt auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 178 Milliarden US-Dollar und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 11 Milliarden US-Dollar. Es ist auf Chips und Schaltungen für Datenumwandlung und Signalverarbeitung spezialisiert.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsvorfällen in der Halbleiterbranche ein. Laut dem Quelltext sind Halbleiterunternehmen in den vergangenen Jahren weltweit Ziel von Ransomware-Angriffen und Cyberspionage gewesen. Genannt werden dabei Microchip Technology, das 2024 von der Play-Ransomware-Gruppe angegriffen wurde, sowie Applied Materials, das 2023 betroffen war. Zudem meldete das kalifornische Halbleiter-Testunternehmen Trio-Tech International im März einen Ransomware-Angriff auf seine Niederlassung in Singapur, während der taiwanische Hersteller Foxconn im Mai einen Cyberangriff bewältigen musste, der die Produktion in mehreren US-Fabriken beeinträchtigte.