USA Fencing setzt bei der Prüfung von Alters- und Nationalitätsnachweisen seiner Mitglieder künftig auf Jumio. Wie der Verband gegenüber Dark Reading erklärte, geht es dabei nicht nur um organisatorische Abläufe, sondern um die Fairness im Amateurfechten. Falsche Angaben zu Nationalität, Altersbereich oder Qualifikationspunkten hätten nach Darstellung von Brad Suchorski unmittelbare Auswirkungen auf die Integrität des Wettbewerbs.

Der bisherige Ablauf war zwar bereits digital angestoßen worden, blieb im Hintergrund aber aufwendig. Während der Saison 2024–2025 hatte USA Fencing die Altersverifikation bereits über ein digitales Portal gestrafft. Wettkampfmitglieder mussten ihre Angaben dadurch nur einmal prüfen lassen, und die Unterlagen konnten für spätere Wettbewerbe gespeichert werden. Das machte es laut Verband möglich, die Verifikationspflicht auf alle Wettkampfmitglieder auszuweiten und nicht nur auf Teilnehmende regionaler und nationaler Veranstaltungen.

Trotzdem mussten die eingereichten Dokumente bislang manuell geprüft werden. Familien und Mitglieder reichten physische Unterlagen wie Geburtsurkunden und Reisepässe ein, die dann vom Kundenservice bearbeitet wurden. Gerade in intensiven Wettkampfphasen führte das laut Suchorski zu Verzögerungen; Wochenenden und Feiertage bremsten den Prozess zusätzlich. Anträge, die am Freitagabend eingingen, wurden demnach oft erst am Montagmorgen bearbeitet.

Mit Jumio soll diese Prüfung nun im Hintergrund automatisiert werden. Mitglieder laden ihre Dokumente weiterhin über das bestehende Portal von USA Fencing hoch. Laut Bala Kumar, Präsident sowie Produkt- und Technikchef von Jumio, erkennt das System automatisch Dokumentränder und gibt in Echtzeit Rückmeldung, wenn ein Bild unscharf, zu dunkel oder durch Spiegelungen beeinträchtigt ist. Nutzer werden dann aufgefordert, die Aufnahme vor der weiteren Verarbeitung zu wiederholen.

Sobald ein Ausweisdokument erfasst ist, untersucht die Plattform nach Angaben von Kumar dessen Sicherheitsmerkmale und sucht nach Hinweisen auf Manipulationen, etwa veränderten Namen, Geburtsdaten oder anderen Feldern. Die Bewertung erfolgt nicht nur nach einem einfachen Ja-Nein-Schema. Unauffällige Fälle werden automatisiert verarbeitet, während verdächtige oder unklare Einreichungen zur zusätzlichen manuellen Prüfung markiert werden.

Nach Angaben von Suchorski laufen derzeit rund 96 Prozent der Einreichungen erfolgreich durch den automatisierten Ablauf, während 4 Prozent in die manuelle Prüfung gehen. Zusätzlich kontrollieren Mitarbeitende jede Woche stichprobenartig einige automatisch freigegebene Anträge. Bei den überprüften Fällen seien alle Verifikationen korrekt gewesen.

Ein weiteres Thema war für den Verband der Umgang mit sensiblen Daten von Familien und Kindern. Suchorski sagte, dass in der Community Bedenken zur Datenintegrität und zur Speicherung der Daten geäußert worden seien. USA Fencing stelle deshalb Unterlagen dazu bereit, wie Daten gespeichert werden und wie Mitglieder deren Löschung beantragen können.

Kumar erklärte dazu, dass die Daten bei der Übertragung und im Ruhezustand verschlüsselt werden. Wenn Nutzer nicht möchten, dass USA Fencing diese Daten speichert, könne ein Löschantrag gestellt werden, den Jumio nach eigenen Angaben unverzüglich umsetzt. Die Daten würden nur für den vorgesehenen Zweck verwendet.

Laut Suchorski spart die Automatisierung dem Personal bereits Wochen manueller Prüfzeit. Beschwerden von Vereinen oder Veranstaltern über fehlerhafte Verifikationen habe die Organisation bislang nicht erhalten. Für USA Fencing bleibt das Ziel nach seinen Worten unverändert: Die Integrität des Wettbewerbs soll im Mittelpunkt stehen.