Meta erweitert seine Sicherheitsmaßnahmen für junge Nutzer: Die neue Funktion der elterngesteuerten WhatsApp-Konten bietet Eltern umfassende Kontrolle über die Kommunikation ihrer Kinder, ohne dabei die Privatsphäre zu verletzen.
Wie die Funktion funktioniert
Die Einrichtung eines elterngesteuerten Kontos erfordert eine gemeinsame Aktion: Beide Geräte – das des Elternteils und das des Kindes – müssen gleichzeitig vorhanden sein. Der Elternteil muss die Telefonnummer des Kindes registrieren und verifizieren, das Alter bestätigen und einen QR-Code auf dem Kindergerät scannen. Anschließend kann ein sechsstelliger PIN festgelegt werden, der nur Eltern Zugriff auf Einstellungen und Benachrichtigungen bietet.
Begrenzte Funktionen, volle Verschlüsselung
Die verwalteten Konten haben bewusst eingeschränkte Funktionen: Nachrichten und Anrufe funktionieren wie gewohnt, aber Meta AI, Channels, Status und die Standortfreigabe sind deaktiviert. Entscheidend ist: Alle persönlichen Gespräche bleiben vollständig end-to-end verschlüsselt. Weder Eltern noch WhatsApp selbst können die Inhalte einsehen oder abhören.
Standardmäßig können Kinder nur mit Kontakten kommunizieren, die bereits in ihrer Kontaktliste gespeichert sind. Unbekannte Anrufer erhalten zunächst eine Kontextkarte, die zeigt, ob der Kontakt gemeinsame Gruppen teilt und aus welchem Land er kommt.
Intelligente Benachrichtigungen für Eltern
Eltern erhalten Aktivitätsmeldungen bei wichtigen Ereignissen: wenn das Kind eine Nachricht von unbekannten Kontakten erhält, einen neuen Kontakt hinzufügt oder wenn neue Mitglieder einer Gruppe beitreten. Diese Meldungen können individuell angepasst werden. Nur Eltern können das Kinderaconto zu Gruppen hinzufügen.
Übergangspunkt bei 13 Jahren
Wenn das Kind seinen 13. Geburtstag erreicht, kann das Konto in ein Standard-WhatsApp-Profil umgewandelt werden – mit voller Funktionalität und ohne elterliche Kontrolle. Diese Altersgrenze entspricht WhatsApps Nutzungsbedingungen und ist international einheitlich.
Teil einer größeren Strategie
Diese Funktion reiht sich in Metas umfassendere Sicherheitsinitiative ein. Bereits im September 2025 führte das Unternehmen ähnliche Kontrolloptionen auf Facebook und Messenger ein, nachdem Instagram bereits ein Jahr zuvor solche Features erhielt.
Parallel dazu hat Meta neue Anti-Scam-Protektionen auf WhatsApp implementiert, die betrügerische Geräteverbindungsanfragen basierend auf Verhaltensmustern erkennen und warnen.
Fazit für deutsche Nutzer
Die neuen Kontrollfunktionen bieten deutschen Familien einen wichtigen Schutz vor Online-Risiken, ohne dabei extremen Überwachungsmethoden zu erliegen. Der Ansatz respektiert die Privatsphäre des Kindes durch Verschlüsselung, bietet Eltern aber dennoch aussagekräftige Informationen zur Sicherheit.
