Die entdeckte Sicherheitslücke CVE-2026-2313 im Elementor-Plugin Ally ist das Paradebeispiel für ein altbekanntes, aber immer noch gefährliches Sicherheitsproblem: SQL-Injection. Dieses Angriffsvektoren existiert bereits seit über 25 Jahren und ist technisch einfach zu vermeiden, doch wird es von Entwicklern immer wieder übersehen.
Die Schwachstelle betrifft alle Versionen von Ally bis einschließlich 4.0.3. Sie entsteht durch unzureichende Validierung von Benutzereingaben in der get_global_remediations()-Methode. Ein kritischer Fehler liegt darin vor, dass der URL-Parameter direkt in eine SQL-JOIN-Klausel eingefügt wird, ohne ordnungsgemäße Bereinigung gegen SQL-Metazeichen wie Anführungszeichen oder Klammern.
Obwohl die Funktion esc_url_raw() zur URL-Validierung verwendet wird, reicht dies nicht aus, um SQL-Injektionen zu verhindern. Das ermöglicht Angreifern, mittels Blind-SQL-Injection-Techniken Informationen aus der Datenbank zu extrahieren. Das Besondere: Zur Ausnutzung ist keine Anmeldung notwendig.
Sicherheitsfirma Wordfence weist jedoch darauf hin, dass das Plugin mit einem Elementor-Konto verbunden sein und das Remediation-Modul aktiv sein muss, damit die Lücke ausgenutzt werden kann.
Der Sicherheitsforscher Drew Webber meldete die Schwachstelle am 13. Februar Elementor und erhielt für die Offenlegung ein Bug-Bounty in Höhe von 800 Dollar. Der Hersteller behob das Problem in Version 4.1.0 am 23. Februar.
Das Problem: Von über 400.000 WordPress-Seiten, die das Ally-Plugin nutzen, haben nur etwa 36 Prozent auf die patched Version 4.1.0 aktualisiert. Das bedeutet, dass mehr als 250.000 Websites weiterhin verwundbar sind und zum Ziel von Datendieben werden können.
Website-Betreiber sollten nicht nur Ally sofort auf Version 4.1.0 aktualisieren, sondern auch WordPress selbst auf die neueste Version 6.9.2 bringen. Diese behebt zehn Sicherheitslücken, darunter Cross-Site-Scripting (XSS), Authorization-Bypass und Server-Side-Request-Forgery (SSRF)-Fehler. Die Aktualisierung wird als dringend empfohlen eingestuft. Für deutsche Unternehmen ist dies ein Weckruf: Plugin-Updates sollten nicht als optional behandelt werden.
