PNLD bestätigte den Vorfall und erklärte, dass Kontaktdaten veröffentlicht wurden. Der Dienst macht bislang jedoch keine öffentlichen Angaben dazu, wem der Einbruch zugeschrieben wird oder auf welchem Weg sich die Angreifer Zugang verschafft haben. Untersucht wird der Vorfall mit Unterstützung von Cybersicherheitsexperten und der National Crime Agency (NCA).
Nach Darstellung von PNLD umfasste die offengelegte Information die vollständigen Namen, Organisationen und E-Mail-Adressen von Polizeibeamten, Mitarbeitern, Fachleuten der Strafjustiz und staatlichen Partnern. Zusätzlich gelten die Namen und E-Mail-Adressen von Nutzern von „Ask the Police“ als kompromittiert, sofern diese über die Plattform eine Frage eingereicht hatten.
Die Plattform PNLD dient seit mehr als 30 Jahren als juristische Online-Ressource für 43 Polizeikräfte des Home Office in England und Wales sowie für die British Transport Police. Außerdem betreibt der Dienst mit „Ask the Police“ eine öffentlich zugängliche Website mit Antworten auf Hunderte häufige Fragen zu Polizeiarbeit und Rechtsfragen.
ExfilSquad veröffentlichte nach eigenen Angaben Beispieldaten, um seine Behauptungen zu untermauern, und forderte Lösegeld dafür, die restlichen gestohlenen Daten nicht freizugeben. Die Gruppe erklärt, 1,9 Gigabyte Daten von PNLD entwendet zu haben, darunter rund 135.000 Datensätze. Diese bestünden laut ExfilSquad aus Informationen zu 114.000 PNLD-Abonnenten und 21.000 Nutzern von „Ask the Police“.
PNLD selbst spricht von Kontaktdaten von mehr als 100.000 Polizeibeamten und anderen Fachkräften des Strafjustizsystems. Zugleich teilt der Dienst mit, dass bislang keine Belege dafür gefunden wurden, dass Passwörter oder andere Sicherheitsnachweise betroffen sind. Ebenso habe PNLD keine vertraulichen Informationen zu Opfern, Zeugen oder Straftätern gespeichert; solche Daten seien folglich nicht beeinträchtigt worden.
Nach Angaben von PNLD wurden alle betroffenen Organisationen in den Tagen nach dem Vorfall kontaktiert und mit weiteren Informationen und Hinweisen versorgt. Auch das Information Commissioner’s Office (ICO) wurde benachrichtigt.
ExfilSquad ist derselbe Bedrohungsakteur, der kürzlich auch einen Angriff auf den US-Halbleiterhersteller Analog Devices für sich reklamiert hatte. Weitere Details zum Ablauf des Angriffs oder zum initialen Zugriff hat PNLD bislang nicht veröffentlicht.
