Auffällig viele Ankündigungen drehen sich in diesem Jahr um den Schutz von KI-Agenten. Acalvio etwa ergänzt seine ShadowPlex-Plattform um „Deception Guardrails“, die mit Honeytokens, Köderwerkzeugen und vorgetäuschter Infrastruktur bösartige Aktivitäten in agentischen KI-Umgebungen anlocken und sichtbar machen sollen. Die Funktion überwacht zudem Interaktionen von Agenten, um Jailbreak-Versuche, Prompt-Injection und andere Manipulationen in Echtzeit zu erkennen.
Auch Cyera, KnowBe4, Sweet Security, Varonis und Zero Networks setzen an dieser Stelle an. Cyera erweitert sein Angebot mit Agent Guardian und Cyera Endpoint, um Aktivitäten von KI-Agenten sichtbar zu machen, deren Zugriffe zu steuern und Laufzeitkontrollen in Cloud- und Endpunktumgebungen durchzusetzen. KnowBe4 unterstützt in seinem Agent Risk Manager nun auch Anthropic Claude zusätzlich zu Microsoft Copilot und will damit Prompt-Injection, Datenabflüsse, Privilegienausweitung und unzulässige Werkzeugzugriffe erkennen. Sweet Security kündigte eine Blocking-Funktion an, die unerlaubte Werkzeugaufrufe und Sitzungen in Produktivumgebungen stoppen sowie den Abfluss von Geheimnissen, personenbezogenen Daten und anderen sensiblen Informationen über Agenten verhindern soll.
Varonis führt in Atlas eine absichtsbasierte Zugriffskontrolle für Agenten ein. Die Funktion vergleicht Begründung, Werkzeugaufrufe und Datenzugriffe eines Agenten mit dessen ursprünglicher Aufgabe und kann Abweichungen markieren oder blockieren. Bei Verstößen kann Atlas die zugehörige Identität vorübergehend unter Quarantäne stellen. Zero Networks wiederum stellt mit „Least Agency Enforcement“ eine Funktion vor, die den Zugriff und die Handlungsbefugnisse von KI-Agenten begrenzt und bei Bedarf menschliche Freigaben erzwingt.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Automatisierung von Sicherheitsabläufen. Artiphishell ergänzt seine Automated VulnOps Platform um „Verifiable Remediation“, das gemeldete Schwachstellen validieren, Dubletten und Fehlalarme herausfiltern und die Ausnutzbarkeit prüfen soll, bevor automatisierte Abhilfemaßnahmen erzeugt werden. Cycode kündigte „Agentic Workflows“ an, mit denen KI-Agenten Risiken im Entwicklungslebenszyklus selbstständig priorisieren, beheben und verwalten können. Das Angebot befindet sich im frühen Zugang.
SentinelOne präsentierte zwei Erweiterungen. Zum einen bekommt die Singularity Platform eine gesteuerte, geschlossene Reaktionsschleife, mit der Purple AI Warnmeldungen untersuchen, Bewertungen treffen und Gegenmaßnahmen innerhalb vorgegebener Grenzen ausführen kann. Zum anderen baut das Unternehmen seine Wayfinder Frontier AI Services aus: Das verwaltete Angebot kombiniert nun die neuesten Modelle von Anthropic mit Analysten von SentinelOne, um ausnutzbare Schwachstellen zu finden und zu validieren. Hinzu kommen eine neue Partnerschaft mit LevelBlue für Abhilfemaßnahmen, anpassbare MDR-Abläufe und erweitertes Threat Hunting für Identitätsplattformen wie Okta und Microsoft Entra ID.
BeyondTrust steuerte mit dem jährlichen Research Index eine Datenauswertung aus der Arbeit seines Forschungsteams Phantom Labs bei. Laut Bericht enthielten 75 Prozent der untersuchten Angriffe irgendeine Form von Identitäts- oder Privilegienproblem. Zu den wichtigsten Ursachen zählten offengelegte Zugangsdaten, Privilegienausweitung und Fehlkonfigurationen bei Identitäten. Diese Probleme traten laut BeyondTrust häufig gemeinsam auf und nicht isoliert.
Weitere Ankündigungen betreffen Beobachtbarkeit, Erkennung und Forschung. Cribl stellte neue Funktionen für KI-Sicherheit und Beobachtbarkeit vor, darunter eine App für KI-Beobachtbarkeit und zusätzliche Erkennungsfunktionen. Prophet Security kündigte mit „AI Detection Engineer“ ein Werkzeug an, das neue Erkennungsregeln erstellt und bestehende anpasst. Realm Security ergänzt seine Datenplattform um „Detection Integrity“ und eine Suchfunktion in Data Haven. Flashpoint führt einen konfigurierbaren Zusammenfassungs-Generator in seinem AI Workspace for Investigations Management ein.
Im Bereich Forschung und offensive Sicherheit stellte XM Cyber Open-Source-Werkzeuge für macOS und Oracle Cloud vor. Bei Black Hat Arsenal will das Unternehmen „FAInd my XPC“ zeigen, das Vertrauensprobleme in macOS aufdecken soll, über die nicht privilegierte Angreifer privilegierte Dienste aufrufen könnten, bis hin zu Pfaden zur Codeausführung als Root. Auf der DEF CON will XM Cyber außerdem das Werkzeugset „Offensive OCI“ vorstellen, das effektive Berechtigungen in Oracle Cloud abbildet und verborgene Pfade zur Privilegienausweitung sichtbar machen soll.
