River Financial Corporation hat in einer SEC-Meldung erklärt, im Rahmen seiner Reaktion auf den Ransomware-Vorfall Schritte unternommen zu haben, um die betroffenen Daten „unter Kontrolle zu bringen“. Dazu habe das Unternehmen vom Bedrohungsakteur die Zusicherung erhalten, dass sich die in dessen Besitz befindlichen Daten gelöscht worden seien. Die Formulierung legt nahe, dass River mit den Angreifern in Kontakt stand, um die Löschung der exfiltrierten Daten zu erreichen.
Der Vorfall begann am 16. Juni und wurde drei Tage später identifiziert. Nach Darstellung des Unternehmens ergab die Untersuchung, dass Ransomware in Teilen der Serverumgebung ausgebracht worden war. River nahm daraufhin betroffene Systeme offline und deaktivierte Administratorkonten, die kompromittiert worden waren.
In einer Einreichung vom 25. Juni bei der US-Börsenaufsicht SEC teilte River mit, gemeinsam mit einer externen Forensik-Firma die Art und das Ausmaß des Vorfalls zu untersuchen. Dabei gehe es auch um die Frage, ob personenbezogene Informationen Gegenstand eines unbefugten Zugriffs oder einer Exfiltration gewesen seien. Spätere 8-K-Formulare an die SEC zeigten, dass die Angreifer auf Teile des River-Netzwerks zugriffen und bestimmte Daten abzogen.
Trotz der nun gemeldeten Zusicherung zur Löschung ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Eine Einreichung vom 30. Juli zeigt laut dem Unternehmen, dass weiterhin nicht feststeht, ob die Angreifer personenbezogene Informationen aus den Systemen von River entwendet haben. Ebenso ist nach Unternehmensangaben bislang offen, ob der Vorfall voraussichtlich wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft oder die Finanzlage haben wird.
Zu den Angreifern selbst machte River keine Angaben. Das Unternehmen hat weder Details zum verantwortlichen Bedrohungsakteur veröffentlicht noch erläutert, auf welchem Weg das Netzwerk kompromittiert wurde.
Hinzu kommt rechtlicher Druck: Aus den späteren SEC-Meldungen geht hervor, dass mindestens vier Klagen gegen das Unternehmen eingereicht wurden. Weitere Einzelheiten zu diesen Verfahren nennt der Quelltext nicht.
SecurityWeek erklärte, River für zusätzliche Informationen zum Ransomware-Angriff kontaktiert zu haben. Eine Antwort des Unternehmens lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung demnach noch nicht vor.
