Horizon3 verbindet die neue Finanzierungsrunde eng mit dem eigenen Wachstumskurs. Das Unternehmen, 2019 gegründet, hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 7.000 Kunden aus verschiedenen Branchen, darunter multinationale Banken, den Gesundheitssektor sowie vier Unternehmen aus den Fortune 10. Zugleich beziffert der Quelltext das jährliche Wachstum des wiederkehrenden Umsatzes auf 120 Prozent.

Die nun abgeschlossene Series-E-Runde beläuft sich auf 250 Millionen Dollar. Besonders auffällig ist dabei der Sprung bei der Bewertung: Von 650 Millionen Dollar stieg sie innerhalb eines Jahres bis Juni 2025 auf 2 Milliarden Dollar. Angeführt wurde die Runde von NightDragon und NEA, die bereits zuvor investiert waren. Außerdem beteiligten sich sieben neue Investoren und fünf Rückkehrer.

Matt Hartley, Chief Revenue Officer von Horizon3, beschreibt die Grundannahme hinter dem Unternehmen so: „KI wird Angriffe mit einer Geschwindigkeit und in einem Maßstab ermöglichen, die menschenzentrierte Verteidigung unzureichend machen – Cybersicherheit wird sich zwangsläufig zu Maschinen entwickeln, die mit Maschinengeschwindigkeit gegen Maschinen kämpfen.“ Aus dieser Einschätzung leitete das Unternehmen laut Quelltext einen großen Markt ab, weil praktisch jede Firma Sicherheitsabwehr benötigt und viele Ansätze bislang stark auf menschliche Arbeit ausgerichtet sind.

Die technische Lösung setzt auf „freundliche Agenten“ innerhalb des IT-Netzwerks eines Kunden. Diese Agenten untersuchen das Netz mit ähnlichen KI-Techniken, wie sie auch Angreifer einsetzen würden, suchen nach Schwachstellen und liefern gewissermaßen einen Bericht über die gefundenen Probleme. Hartley fasst das Ziel so zusammen: „So haben wir Ihre Verteidigung überwunden – und vor allem: So können Sie diese Schwächen beheben, damit Angreifer mit ähnlicher KI Sie nicht auf dieselbe Weise attackieren können.“ Das Prinzip lautet damit, Schwachstellen zu schließen, bevor sie ausgenutzt werden.

Den größten Teil der neuen Mittel will Horizon3 nach Angaben von Hartley in die Vermarktung investieren. Gemeint sind sogenannte Markteinführungs- und Vertriebsstrategien, also der Ausbau der Wege, über die das Produkt Kunden erreicht und Umsatz erzeugt. Um den adressierten Markt zu bedienen, arbeitet Horizon3 laut Quelltext mit MSPs und Telekommunikationsunternehmen zusammen. Vorrang habe der Aufbau der Kapazitäten, um diese Märkte über entsprechende Vertriebskanäle bedienen zu können.

Als zweiten Schwerpunkt nennt Hartley Forschung und Entwicklung. Seine Begründung: Angriffe mit KI und Innovationen rund um KI kämen nicht zum Stillstand. Anders als bei klassischen Produkten lasse sich die Entwicklungsarbeit in diesem Umfeld nicht einfach stark reduzieren oder beenden. Horizon3 wolle deshalb einen erheblichen Teil des Kapitals einsetzen, um die eigene Forschung und Entwicklung zu beschleunigen und bei KI-Bedrohungen für Kunden und Partner vorne zu bleiben.

Der Quelltext stellt die Runde damit auch als Ausdruck von Investorenvertrauen dar: in die bisherige Leistung des Unternehmens, in die steigende Kundenzahl und in einen Markt, der nach Einschätzung der Geldgeber noch längst nicht ausgeschöpft ist. Für Horizon3 beginnt damit allerdings erst der zweite Teil der Gleichung: Das Unternehmen muss die Annahmen hinter Bewertung und Wachstum nun auch im operativen Geschäft bestätigen.