Amgen beschreibt den Vorfall als unbefugte Aktivität in extern gehosteten Cloud-Umgebungen, die im Juli entdeckt wurde. Laut der an die SEC übermittelten Erklärung wurden dabei Daten exfiltriert. Zu den nach bisherigem Stand entwendeten Informationen zählen proprietäre Unternehmensdaten, geschützte Gesundheitsinformationen von Patienten und weitere sensible Datensätze.
Die Untersuchung läuft nach Angaben des Unternehmens weiter. Amgen prüft demnach noch, ob auch vertrauliche Geschäftsinformationen, geistiges Eigentum, Forschungs- und Entwicklungsdaten oder zusätzliche Patientendaten eingesehen oder gestohlen wurden. Das Unternehmen kündigte außerdem an, betroffene Patienten benachrichtigen zu wollen.
Unklar bleibt bislang, auf welchem Weg die Täter Zugriff auf die Cloud-Umgebungen erhielten. Amgen nannte weder die betroffenen Cloud-Anbieter noch ordnete der Konzern den Eindringversuch einer bestimmten Bedrohungsgruppe zu. Öffentlich zugängliche Hinweise auf einen Zusammenhang mit Ransomware gibt es laut Vorlage nicht; zudem hat keine cyberkriminelle Gruppe die Verantwortung für die Datenpanne übernommen.
Zugleich betont Amgen, dass der Vorfall nach bisherigem Kenntnisstand keine Störungen bei Produkten, in der Fertigung, in den Systemen für die Finanzberichterstattung oder bei der Belieferung von Patienten mit Medikamenten ausgelöst hat. Wörtlich erklärte das Unternehmen, der Vorfall werde die Finanzlage oder die Ergebnisse des operativen Geschäfts „nach vernünftigem Ermessen voraussichtlich nicht wesentlich beeinflussen“.
Amgen gehört mit einer Marktkapitalisierung von 207,8 Milliarden US-Dollar zu den größten Biotechnologieunternehmen weltweit. Zu den bekannten Produkten zählen Prolia und Xgeva zur Behandlung von Osteoporose und knochenbezogenen Erkrankungen sowie Kyprolis und Lumakras für die Krebsbehandlung.
Der Bericht verweist zudem auf weitere Cybervorfälle im Gesundheitssektor. So erklärte West Pharmaceutical Services aus Pennsylvania im Mai, ein Ransomware-Angriff habe Systeme für Herstellung, Versand und Wareneingang beeinträchtigt, nachdem Angreifer Daten gestohlen und Teile des Netzwerks verschlüsselt hatten. Inotiv aus Indiana meldete im August 2025, dass ein Ransomware-Angriff zur Abschaltung kritischer Systeme gezwungen habe; später reklamierte die Gruppe Qilin die Tat für sich.
