Die liechtensteinische Regierung hat einen Cyberangriff auf das Register der wirtschaftlich Berechtigten gemeldet. Betroffen sind demnach die Daten von rund 31.000 Personen. In dem Register werden die Personen erfasst, die hinter Unternehmen, Stiftungen und Treuhandschaften stehen.

Nach Angaben der Regierung erfolgte der Zugriff in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche. Der Vorfall wurde am Donnerstag bemerkt. Danach seien Maßnahmen ergriffen worden, um die Daten zu sichern; zudem wurde das System offline genommen.

Bislang gibt es laut Regierung keine Anzeichen dafür, dass Daten verändert oder gelöscht wurden. Die Behörden gehen dem Angriff weiter nach. Über das Wochenende richtete die Regierung dafür einen Krisenstab ein.

Das Register der wirtschaftlich Berechtigten ist Teil der Bemühungen des Landes, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen. Damit hat der Vorfall nicht nur eine technische, sondern auch eine regulatorische Dimension.

Liechtenstein liegt zwischen der Schweiz und Österreich und hat rund 40.000 Einwohner. Die Finanzindustrie ist für die Wirtschaft des Fürstentums von zentraler Bedeutung. Gerade vor diesem Hintergrund fällt ein Angriff auf ein Register ins Gewicht, das Transparenz über die hinter juristischen Konstruktionen stehenden Personen schaffen soll.