Die Regierung Liechtensteins hat am Wochenende einen Cyberangriff auf das Register der wirtschaftlich Berechtigten bekanntgegeben. Demnach konnten unbekannte Angreifer ab dem 29. Juli für zwei Tage auf das Register zugreifen. In der Datenbank sind Angaben dazu gespeichert, wer hinter juristischen Personen im Land steht.

Das Register wird beim Amt für Justiz geführt. Dort wurde das Eindringen nach Regierungsangaben auch zuerst bemerkt. Die betroffenen Systeme wurden daraufhin rasch offline genommen, um den Vorfall einzudämmen.

Eine erste Untersuchung ergab laut Regierung, dass Daten zu 31.000 Rechtsträgern abgeflossen sind. Zugleich gebe es keine Anzeichen dafür, dass Informationen verändert oder gelöscht wurden. Welche konkreten Datensätze im Einzelnen betroffen sind, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Das Register war 2021 geschaffen worden, um Vorgaben der Europäischen Union zu Geldwäsche und finanzieller Transparenz umzusetzen. Es enthält Informationen zu Unternehmen, Stiftungen und Trusts in Liechtenstein sowie zu deren wirtschaftlich Berechtigten.

Als Reaktion auf den Vorfall setzte die Regierung eine Kriseneinheit ein. Geleitet wird sie von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler.

Liechtenstein zählt zwar nur rund 40.000 Einwohner, ist aber ein bedeutender Standort für Finanzdienstleistungen und Vermögensverwaltung für Kunden aus aller Welt. Entsprechend sensibel sind Register, die Eigentums- und Kontrollverhältnisse juristischer Personen dokumentieren.

Angriffe auf staatliche Register sind kein Einzelfall. Der Quelltext verweist auf Frankreich, wo im vergangenen Jahr drei getrennte Vorfälle zur Kompromittierung von Daten des Bildungsministeriums, der Behörde für Ausweisdokumente und einer Datenbank mit Angaben zu sämtlichen Bankkonten des Landes führten.