Żabka zufolge betraf der Vorfall technische Systeme, die zur Kommunikation mit dem Franchisenetz des Unternehmens eingesetzt werden. In einer Stellungnahme erklärte der Händler, die Sicherheit von Transaktionsdaten und Kundendiensten, die Vertraulichkeit der Daten aus der Żappka-App sowie die operativen Abläufe seien nicht beeinträchtigt. Auch Polens Minister für digitale Angelegenheiten, Krzysztof Gawkowski, sagte am Dienstag, die Behörden seien umgehend informiert worden; auf Grundlage der an die Regierung übermittelten Informationen seien weder Kundendaten noch Zahlungsinformationen oder der Einzelhandelsbetrieb betroffen.

Nach Unternehmensangaben verschafften sich die Angreifer Zugang, indem sie ein Konto eines externen Service-Providers kompromittierten. Żabka betonte damit, dass die Täter die Infrastruktur des Unternehmens nicht direkt verletzt hätten. Nach Entdeckung des Angriffs informierte der Händler nach eigenen Angaben die polnische Datenschutzbehörde sowie Strafverfolgungsbehörden.

Öffentlich wurde der Vorfall, nachdem das polnische Cybersicherheitsmedium Niebezpiecznik berichtete, Hacker hätten Proben der angeblich entwendeten Daten online veröffentlicht. Auf Basis dieser Stichproben kam die Redaktion zu dem Schluss, dass die Angreifer offenbar Zugriff auf Żabkas Jira-Umgebung hatten. Dabei handelt es sich um eine interne Plattform, die in Unternehmen häufig für die Verwaltung von Softwareentwicklungsprojekten, technischen Support-Tickets und operativen Abläufen verwendet wird.

Die Hacker behaupteten außerdem, über Informationen zu Mitarbeitern und Auftragnehmern, interne Dokumentation, Passwörter, Authentifizierungs-Token, API-Schlüssel und Quellcode aus mehreren GitLab-Repositories zu verfügen. Niebezpiecznik berichtete zudem, die Angreifer hätten Journalisten und mit Żabka zusammenarbeitende Firmen kontaktiert, um den Vorfall publik zu machen, bevor sie die Daten zum Verkauf anboten. Unabhängig bestätigt sind diese Angaben nicht; Żabka hat Art und Umfang möglicherweise entwendeter Daten bislang nicht bestätigt.

Das Datenangebot in dem Cybercrime-Forum bezifferte den Preis auf 5.000 Euro. Ob es eine Lösegeldforderung gab, legte das Unternehmen nicht offen. Żabka ordnete den Angriff auch keiner bestimmten Tätergruppe zu und reagierte nicht unmittelbar auf eine Bitte um weitere Stellungnahme.