CISA hat am 5. August 2026 drei Schwachstellen in den KEV-Katalog aufgenommen. Die Behörde verweist dabei auf Belege für aktive Ausnutzung in freier Wildbahn. Genannt werden eine Schwachstelle in Langflow, CVE-2026-34486 in Apache Tomcat und CVE-2026-18556 in N-able N-central.
Zu N-able N-central nennt der Quelltext CVE-2026-18556 mit einem CVSS-Wert von 8,2 und beschreibt die Lücke als Umgehung der Authentifizierung. Bemerkenswert ist laut Vorlage, dass ein unvollständiger Fix N-able zu einem neuen Patch gezwungen hat, der als CVE-2026-18577 mit ebenfalls CVSS 8,2 geführt wird. CVE-2026-18577 war bereits am Montag in den KEV-Katalog aufgenommen worden. Die jetzige Entwicklung deutet darauf hin, dass beide Schwachstellen von Bedrohungsakteuren ausgenutzt werden.
Zur Ausnutzung der Langflow-Lücke liegen derzeit keine Details vor. Der Quelltext hält jedoch fest, dass Sicherheitsprobleme in der Open-Source-Plattform für die Entwicklung von KI-Anwendungen in den vergangenen Monaten wiederholt von Angreifern als Werkzeug genutzt wurden.
Die Ausnutzung von CVE-2026-34486 in Apache Tomcat wird hingegen einer KI-gestützten autonomen Angriffskampagne zugeschrieben. Laut dem Quelltext soll sie von einem chinesischsprachigen Bedrohungsakteur unter den Aliasen knaithe und KnYuan orchestriert worden sein. Der in Zhuhai in China verortete Akteur habe DeepSeek über das Framework Hermes Agent als offensiven Operator eingesetzt, um im Internet erreichbare Systeme anzugreifen.
Palo Alto Networks Unit 42 beschreibt, wie der Angreifer bei einem zunächst gescheiterten Versuch, über die Langflow-Schwachstelle CVE-2026-33017 mit CVSS 9,8 einzudringen, auf autonome Analyse setzte. Weil restriktive Konfigurationen in der Zielumgebung den Einbruch verhinderten, habe der KI-Agent selbstständig nach anderen, wertvolleren Schwachstellen gesucht, darunter Lücken in n8n, um doch noch einen Zugang zu finden.
Daneben wurde derselbe chinesischsprachige Akteur laut Quelltext auch bei manuellen Operationen beobachtet. Dabei nutzte er bekannte Schwachstellen in Endpunkten mit Citrix NetScaler, Marimo, Apache Tomcat und IKE VPN aus. Genannt werden dabei CVE-2026-3055 für Citrix NetScaler, CVE-2026-39987 für Marimo, CVE-2026-34486 für Apache Tomcat und CVE-2026-33824 für IKE VPN.
Palo Alto Networks Unit 42 erklärte, der Akteur habe versucht, mehr als 460 Ziele auszunutzen und dabei eine Mischung aus autonomen und manuellen Techniken eingesetzt. Interessant sei, dass DeepSeek offenbar auch dazu genutzt wurde, den Kreis der Ziele einzugrenzen, wahrscheinlich um Rechenressourcen für die KI zu sparen. Zudem hebt Unit 42 hervor, dass dieser autonome Prozess zur Identifizierung, Stichprobenprüfung und Eingrenzung von Zielen bemerkenswert sei, weil das System Hunderte Stunden manueller Zielanalyse in wenigen Minuten ausgeführt und zugleich seine eigenen Rechenressourcen verwaltet habe.
Für Behörden der Federal Civilian Executive Branch gilt nach Vorgabe der CISA eine Frist bis zum 7. August 2026, um die notwendigen Korrekturen einzuspielen.
