Bei IBM Langflow OSS betrifft die Warnung die Schwachstelle CVE-2026-9198 mit einem CVSS-Wert von 9,8. IBM veröffentlichte die Lücke am 17. Juli zusammen mit Patches in Langflow OSS 1.10.1 und wies darauf hin, dass alle Standard-Deployments betroffen seien. Der Fehler erlaubt es nicht authentifizierten Angreifern, zwei API-Endpunkte zu einer Kette für Remotecodeausführung zu verbinden.

IBM erklärte, die Schwachstelle setze sich aus zwei getrennten Problemen zusammen: einem nicht authentifizierten Endpunkt, der beliebigen Aufrufern im Netzwerk Superuser-Bearer-Token ausstellte, sowie einem Endpunkt zur Codevalidierung, der beliebigen Python-Code ausführte. Ein Angreifer könne zunächst über den Auto-Login-Endpunkt ein Superuser-Token erhalten und dieses anschließend nutzen, um schädlichen Code an den Validierungsendpunkt zu übermitteln. Laut dem Bericht wurde etwa eine Woche nach der Offenlegung ein Proof of Concept veröffentlicht; am 4. August nahm CISA die CVE in den KEV-Katalog auf.

Die zweite aktiv ausgenutzte Lücke betrifft N-able N-central und wird als CVE-2026-18556 mit einem CVSS-Wert von 7,4 geführt. N-able beschreibt den Fehler als Umgehung der Authentifizierung. Nach Angaben des Unternehmens nutzten Bedrohungsakteure die Schwachstelle als Zero Day aus, um administrativen Zugriff zu erlangen und Verbindungen zu Systemen aufzubauen, die über die Plattform für Remote Monitoring und Management verwaltet werden.

Die erste Korrektur für CVE-2026-18556 erwies sich laut N-able als unvollständig und wurde von Angreifern umgangen. Als die Ausnutzungsaktivität Ende Juli zunahm, veröffentlichte das Unternehmen einen Hotfix und vergab für die Umgehung des Patches die Kennung CVE-2026-18577. Sowohl CVE-2026-18556 als auch CVE-2026-18577 stehen inzwischen auf CISA-Liste der bekannten ausgenutzten Schwachstellen.

Der dritte Eintrag ist CVE-2026-34486 in Apache Tomcat mit einem CVSS-Wert von 7,5. CISA nahm die Lücke am Dienstag in den KEV-Katalog auf. Dabei handelt es sich um eine Umgehung von EncryptInterceptor, die bereits im April gepatcht wurde. Eingeführt wurde der Fehler im März durch den Patch für CVE-2026-29146, eine Padding-Oracle-Schwachstelle in EncryptInterceptor, einem optionalen Channel-Interceptor zur Verschlüsselung von Nachrichten zwischen Knoten in Tomcat-Clustern.

StrigaAI, das die Schwachstelle identifiziert hat, erklärt, die Korrektur habe eine einzelne Codezeile verschoben. Dadurch sei die Verschlüsselungsschicht von „fail-closed“ auf „fail-open“ umgestellt worden, was einen direkten Pfad zu nicht authentifizierter Remotecodeausführung auf jedem Clustermitglied geöffnet habe. In Installationen mit konfiguriertem EncryptInterceptor sollten eigentlich nur mit einem gemeinsamen Schlüssel verschlüsselte Nachrichten entschlüsselt und an die Deserialisierung weitergereicht werden. Durch die Umgehung wurde bei fehlgeschlagener Entschlüsselung jedoch vom Angreifer kontrollierter Code unverändert in der Interceptor-Kette weitergeleitet.

SOCRadar warnte in der vergangenen Woche, dass CVE-2026-34486 von einem chinesischen Bedrohungsakteur bei Angriffen mit der Malware-Familie Snowlight ausgenutzt worden sei. Palo Alto Networks beobachtete nach eigenen Angaben ebenfalls eine Ausnutzung der Schwachstelle durch chinesische Hacker in einer autonomen, KI-gestützten Hacking-Kampagne.