De Bijenkorf teilte mit, dass der Cyberangriff die Systeme eines externen Logistikpartners getroffen habe. Nach derzeitigen Erkenntnissen gebe es keine Hinweise darauf, dass die eigene Infrastruktur kompromittiert wurde. Der betroffene Dienstleister habe den Zugriff unmittelbar blockiert und weitere Schutzmaßnahmen ergriffen.

Für Kunden hat der Vorfall dennoch spürbare Folgen. Online-Bestellungen können laut De Bijenkorf weiterhin aufgegeben werden, die Auslieferung dauere jedoch länger als üblich. Auch Retouren und Rückerstattungen würden langsamer bearbeitet. Das Unternehmen betreibt sieben Warenhäuser in den Niederlanden und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 4.500 Menschen.

Noch offen ist, ob und in welchem Umfang personenbezogene Daten eingesehen wurden. Laut De Bijenkorf könnten Namen, E-Mail-Adressen, Postanschriften, Telefonnummern sowie Informationen zu Online-Käufen betroffen sein. Dazu zählen bestellte Produkte, Preise, Rabatte, Lieferinformationen und die verwendete Zahlungsart. Bei Geschäftskunden könnten zudem Firmennamen und Umsatzsteuer-Identifikationsnummern betroffen sein.

Nicht gespeichert waren bei dem Logistikdienstleister nach Angaben des Unternehmens Zahlungskartendaten, Bankkontonummern sowie Benutzernamen oder Passwörter. Diese Informationen seien daher wahrscheinlich nicht offengelegt worden. Auch Kundenkonten seien nach aktuellem Stand nicht gefährdet, weil keine Anmeldedaten Teil des Vorfalls gewesen seien.

Als Vorsichtsmaßnahme hat De Bijenkorf nach eigenen Angaben potenziell betroffene Kunden benachrichtigt und den Vorfall an die niederländische Datenschutzbehörde gemeldet. Ob die Attacke mit Ransomware zusammenhing oder ob eine Lösegeldforderung einging, ließ das Unternehmen offen. Öffentlich hat bislang keine Tätergruppe die Verantwortung übernommen.

Der Fall steht nach Einschätzung des Berichts in einer Reihe ähnlicher Vorfälle, bei denen Einzelhändler indirekt über Lieferanten und Serviceanbieter getroffen werden. Erst zu Beginn dieser Woche meldete die polnische Handelskette Żabka einen unbefugten Zugriff auf interne Systeme, nachdem Angreifer mutmaßlich ein Konto eines externen Dienstleisters kompromittiert hatten. Das Unternehmen erklärte, kundennahe Dienste und Bezahlsysteme seien davon nicht betroffen gewesen.

Im Juli erklärte Lidl, dass Kundendaten aus seinen Online-Shops in Deutschland, Belgien und den Niederlanden offengelegt wurden, nachdem Angreifer einen IT-Dienstleister des Unternehmens kompromittiert hatten. Im selben Monat legte ein Ransomware-Angriff auf Japans größtes Unternehmen für Kühllogistik landesweit Lebensmittellieferungen lahm und führte zu Versorgungsengpässen bei Restaurantketten, darunter Kentucky Fried Chicken. Der Bericht nennt außerdem zwei weitere Luxusgüterhändler, Harrods und Louis Vuitton, die 2025 Cybervorfälle gemeldet hatten.