Nach Darstellung des US-Justizministeriums spielte Moucka eine zentrale Rolle bei einer groß angelegten Serie von Datendiebstählen über Snowflake-Kundenkonten. Verhaftet wurde er am 30. Oktober 2024. Ihm wird vorgeworfen, Daten von Hunderten Millionen Personen aus Unternehmen entwendet zu haben, die den Speicherdienst von Snowflake nutzten.
Der Zugriff lief laut Gerichtsunterlagen über Konten ohne Multi-Faktor-Authentifizierung. Da kein zusätzlicher Faktor aktiviert war, reichten den Angreifern demnach die korrekten Benutzernamen und Passwörter für die Anmeldung. Diese Anmeldedaten stammten laut Quelle aus Diebstählen durch Infostealer-Malware. Mit eigens entwickelter Software hätten Moucka und Binns anschließend in den Cloud-Speicherinstanzen nach wertvollen Informationen gesucht, darunter Organisationsnamen, Benutzerrollen und IP-Adressen.
Nach dem Datendiebstahl versuchten die Beschuldigten laut US-Justiz, mehrere Unternehmen zu erpressen. Aus den Snowflake-Mandantenumgebungen seien Terabytes an Daten entwendet worden. Von mindestens drei Opfern erhielten die Täter nach Angaben der Behörde mindestens 2,5 Millionen US-Dollar in Bitcoin. Zusätzlich bewarben sie die gestohlenen Informationen in verschiedenen Hackerforen zum Verkauf gegen klassische Währungen oder Kryptowährungen; Moucka soll so mindestens 495.000 US-Dollar eingenommen haben.
In einer Mitteilung erklärte das US-Justizministerium zudem, dass Moucka in mindestens einem Fall ein Opfer erneut erpresst habe, indem er mit einer weiteren Offenlegung der gestohlenen Daten drohte. Dabei habe er gestohlene Daten eines Regierungsbeamten und von unmittelbaren Familienangehörigen eines damaligen ehemaligen Regierungsbeamten eingesetzt.
Das US-Justizministerium beziffert die Verluste der betroffenen Unternehmen auf mehr als 9,5 Millionen US-Dollar. Mehr als 100 Millionen Menschen seien von den Snowflake-Angriffen betroffen. Zu den genannten betroffenen Unternehmen zählen AT&T, Ticketmaster, Santander, Pure Storage, Advance Auto Parts, Los Angeles Unified, QuoteWizard/LendingTree und Neiman Marcus.
Moucka bekannte sich in vier Anklagepunkten schuldig: Computerbetrug, Betrug über Telekommunikationsmittel, schwerer Identitätsdiebstahl und eine damit verbundene Verschwörung. Die Strafmaßverkündung ist für den 27. Oktober angesetzt. Ihm droht eine Höchststrafe von 32 Jahren Gefängnis.
John Erin Binns, der ebenfalls im Zusammenhang mit den Angriffen angeklagt ist, lebte zum Zeitpunkt der Taten in der Türkei, wo er festgenommen wurde. Ein örtliches Gericht genehmigte ein Auslieferungsersuchen der US-Staatsanwaltschaft, das jedoch angefochten wurde.
Snowflake reagierte nach den Datenschutzverletzungen mit strengeren Vorgaben: Das Unternehmen kündigte an, Multi-Faktor-Authentifizierung verbindlich durchzusetzen und für alle Passwörter eine Mindestlänge von 14 Zeichen vorzuschreiben.
