Der Sonderausschuss des Kongresses zu China veröffentlichte die Untersuchung am Dienstag. Im Mittelpunkt stehen China Mobile, China Unicom und China Telecom. Laut Bericht blieben die staatseigenen chinesischen Netzbetreiber „noch lange tief im US-Internetökosystem eingebettet“, obwohl Bundesregulierer sie bereits als anfällig für „Ausnutzung, Einflussnahme und Kontrolle“ durch die Kommunistische Partei Chinas eingestuft und ihre internationalen Telekommunikationsdienste eingeschränkt hatten.

Die Untersuchung bewertet die Folgen der Entscheidungen der Federal Communications Commission, den drei Unternehmen Genehmigungen nach Abschnitt 214 zu entziehen oder zu verweigern. Diese Entscheidungen blockierten bestimmte Dienste in den USA, zwangen die Firmen nach Einschätzung des Ausschusses aber nicht dazu, ihre physischen Aktivitäten im Land einzustellen. Alle drei hätten sich „unauffällig Hardware, Zusammenschaltungsvereinbarungen und Standorte in Rechenzentren gesichert oder bewahrt“, die als „vertrauenswürdige“ Hintertüren dienten.

Dem Bericht zufolge verlagerten sich die Unternehmen nach dem FCC-Eingriff auf weniger stark regulierte Netzdienste. Auf diese Weise hätten sie ihre operative Präsenz an kritischen Knoten der US-Internetinfrastruktur erhalten. Zudem sei weiterhin in China gefertigte Technik in US-Netzen in Betrieb geblieben, darunter Hardware von Firmen, die rechtlichen Verpflichtungen in der Volksrepublik China unterliegen und zur Zusammenarbeit mit staatlichen Sicherheits- und Nachrichtendiensten gezwungen werden können.

Der Ausschuss hält fest, dass die Unternehmen weiterhin Kundendaten rund um den Globus weiterleiteten, physische Flächen in US-Einrichtungen anmieteten, VPNs verwalteten und als Vermittler für Netztechnik Dritter auftraten. Jedes der drei Unternehmen stehe am Ende einer Eigentümerkette, die über Hongkong und Offshore-Holdinggesellschaften zu einem chinesischen Staatsunternehmen führe. Die Muttergesellschaften unterstehen laut Untersuchung allesamt der staatlichen Kommission zur Aufsicht und Verwaltung von Staatsvermögen des Staatsrats.

Im Zusammenhang mit Salt Typhoon beschreibt der Ausschuss mehrere Wege, auf denen die Firmen potenziell in die Angriffe eingebunden gewesen sein könnten oder weiter Zugangspfade für die chinesische Regierung bereitstellen könnten. Direkt an der Salt-Typhoon-Kampagne beteiligt sieht das Gremium China Mobile zwar nicht, verweist aber auf technische Daten, die die Vorfälle mit der Infrastruktur des Unternehmens verknüpften.

China Unicom bringt der Bericht zudem mit Integrity Tech in Verbindung, einem von den USA sanktionierten Unternehmen, dem eine direkte Beteiligung an staatlich unterstützten chinesischen Hackeraktivitäten vorgeworfen wird. Außerdem sei China Unicom Unternehmenspartner von i-SOON, einem weiteren chinesischen Cybersicherheitsunternehmen, das die US-Regierung mit mehreren Hackerkampagnen in Verbindung bringt.

Rückblickend verweist die Untersuchung auf verschiedene Cybersicherheitsvorfälle der vergangenen zehn Jahre. Nach Angaben des Ausschusses waren China Telecom und andere staatlich gestützte Netzbetreiber mit mehreren groß angelegten Vorfällen beim Internet-Routing verbunden, bei denen Datenverkehr von US-Behörden, Privatunternehmen und inländische Kommunikation fehlgeleitet und in von der Volksrepublik China kontrollierte Netze umgelenkt wurden. Viele dieser Vorfälle könnten Unfälle gewesen sein. Das US-Justizministerium und andere Behörden seien jedoch zu dem Schluss gekommen, dass mehrere Fälle darauf abzielten, Daten für Abfangen oder Manipulation offenzulegen.

Der Ausschuss fordert den Kongress auf, die Befugnisse der FCC auszubauen, um die Geschäftstätigkeit von China Mobile, China Unicom, China Telecom und anderen Unternehmen in den USA weiter zu beschränken. Empfohlen werden außerdem Maßnahmen, die einen Austausch chinesischer Technik erzwingen sollen, sowie zusätzliche Mittel für Bundesbehörden, damit diese Fachleute mit technischem Verständnis für Cyberbedrohungen einstellen können. Der Ausschussvorsitzende John Moolenaar bezeichnete die Unternehmen als Bedrohung, weil sie der Kommunistischen Partei Chinas verpflichtet seien. Der demokratische Obmann Ro Khanna sagte, der Bericht zeige den Bedarf, Risiken für die Daten von Amerikanern anzugehen und den für den Schutz der Kommunikationsnetze zuständigen Behörden die nötigen Ressourcen bereitzustellen.