Die Verurteilung betrifft nach Angaben aus den Gerichtsunterlagen die zentrale Rolle Silnikaus bei Ransom Cartel. Dort wird beschrieben, dass er die Ransomware-Operation aufgebaut und andere Personen über einschlägige Foren angeworben habe. Außerdem habe er den Beteiligten gestohlene Zugangsdaten, zusätzliche Informationen über kompromittierte Computer und Werkzeuge zur Verschlüsselung dieser Systeme bereitgestellt.

Zu der Infrastruktur der Gruppe gehörte laut den vor Gericht präsentierten Dokumenten auch eine versteckte Website. Sie diente demnach dazu, Ransomware-Angriffe zu verwalten und zu überwachen, mit anderen Verschwörern und mit den Opfern zu kommunizieren sowie die Verteilung der Erlöse unter den Teilnehmern zu organisieren.

Zwischen 2021 und 2023 richtete sich Ransom Cartel laut den Unterlagen gegen mindestens 18 Organisationen in den USA und in anderen Ländern. Die Gruppe stahl den Opfern Daten und verlangte Geld im Gegenzug für Entschlüsselungsschlüssel oder für die Zusage, die entwendeten Informationen nicht zu veröffentlichen. Ebenfalls nach den Gerichtsunterlagen wurde die Operation nach Silnikaus Festnahme im Jahr 2023 zerschlagen.

Neben dem Ransomware-Komplex wurde Silnikau in einem separaten Fall auch wegen seiner Beteiligung an der Verbreitung von Angler angeklagt. Dabei handelt es sich um ein berüchtigtes Exploit-Kit, das 2016 zerschlagen wurde und breit zur Verteilung von Malware eingesetzt worden war. Die Anklage umfasst darüber hinaus weitere Malware und Online-Betrugsmaschen.

Zusammen mit Volodymyr Kadariya, der die belarussische und ukrainische Staatsangehörigkeit besitzt, sowie dem russischen Staatsangehörigen Andrei Tarasov soll Silnikau zwischen 2013 und 2022 Malware und andere Bedrohungen über Malvertising und weitere Methoden verbreitet haben. Silnikau wurde in Spanien festgenommen und 2024 aus Polen an die USA ausgeliefert. Tarasov wurde in Deutschland festgenommen, nach sechs Monaten jedoch freigelassen und kehrte nach Russland zurück. Für Hinweise auf Kadariya setzten die USA 2024 eine Belohnung von 2,5 Millionen US-Dollar aus.

Am 5. August wurde Silnikau zu 16 Jahren Haft verurteilt. Das Strafmaß verhängte das Gericht wegen Verschwörung zur Begehung von Straftaten gegen die USA, Verschwörung zum Überweisungsbetrug und schwerem Identitätsdiebstahl.