Im Mittelpunkt der aktuellen Patch-Runde stehen mehrere kritische Schwachstellen in Netzwerk- und Sicherheitsprodukten von Cisco. Für Catalyst SD-WAN hat der Hersteller fünf Fehler behoben und darauf hingewiesen, dass die vergebenen CVE-Nummern jeweils mehrere Schwachstellen nach ihrer zugrunde liegenden Fehlerklasse zusammenfassen.
Drei dieser SD-WAN-Einträge — CVE-2026-20303, CVE-2026-20304 und CVE-2026-20310 — bewertet Cisco mit einem CVSS-Wert von 9,9. Beschrieben werden sie als unzureichende Eingabevalidierung, fehlerhafte Zugriffskontrolle und fehlerhafte Auflösung von Verweisen vor dem Dateizugriff. Die beiden weiteren SD-WAN-Lücken, CVE-2026-20312 und CVE-2026-20313, stuft das Unternehmen als hochriskant ein; dabei geht es um die Speicherung sensibler Informationen im Klartext sowie um eine fehlerhafte Prüfung einer angegebenen Eingabemenge.
Für IOS XE liefert Cisco sieben Korrekturen aus. Auch hier fassen die zugewiesenen CVE-Nummern mehrere Probleme nach ihrer jeweiligen Schwachstellenklasse zusammen. Als besonders kritisch nennt der Hersteller CVE-2026-20272 mit einem CVSS-Wert von 9,8 sowie CVE-2026-20267 mit einem CVSS-Wert von 9,0. Dabei handelt es sich um eine Befehlsinjektion beziehungsweise eine fehlerhafte Zugriffskontrolle. Die übrigen in diesem Paket behobenen IOS-XE-Fehler werden als hochriskant eingestuft.
Ebenfalls kritisch ist CVE-2026-20079 in Secure Firewall Management Center (FMC), die Cisco mit dem maximalen CVSS-Wert 10 bewertet. Die Schwachstelle ermöglicht eine Umgehung der Authentifizierung. Laut Cisco können entfernte, nicht authentifizierte Angreifer dadurch Skripte ausführen und Root-Rechte erlangen. Der Hersteller erklärt, ein Angreifer könne die Lücke durch speziell präparierte HTTP-Anfragen an ein betroffenes Gerät ausnutzen. Ein erfolgreicher Angriff könne die Ausführung verschiedener Skripte und Befehle erlauben, die Root-Zugriff auf das Gerät verschaffen.
Besondere Aufmerksamkeit richtet Cisco zudem auf CVE-2026-20200 im Integrated Management Controller. Die Schwachstelle erhält einen CVSS-Wert von 8,8 und wird als hochriskanter Fehler bei der Validierung benutzerkontrollierter Eingaben beschrieben. Nach Angaben des Unternehmens kann sie aus der Ferne zur Ausführung beliebiger Befehle und zum Erlangen von Root-Rechten missbraucht werden.
Für CVE-2026-20200 ist laut Cisco bereits ein Proof of Concept verfügbar. Die Ausnutzung setzt zwar eine Authentifizierung voraus, dennoch hebt der Hersteller die Lücke ausdrücklich hervor. Betroffen sind UCS C-Series M7- und M8-Rack-Server im Standalone-Modus.
Neben diesen Fehlern hat Cisco weitere hochriskante Schwachstellen in IMC, IOS XE und IOS sowie Schwachstellen mittlerer Schwere in IOS XE, Terminal Service (TS) Agent, Catalyst SD-WAN Manager, RoomOS und IMC behoben. Nach Angaben des Unternehmens gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass eine der nun gepatchten Schwachstellen bereits unter realen Bedingungen ausgenutzt wird.
