Im Mittelpunkt der Wochenübersicht stehen mehrere technisch unterschiedliche, aber konzeptionell ähnliche Risiken. So berichten Dimitrios Valsamaras und Ken Gannon über eine Angriffskette auf Samsung-Geräte, bei der sich die Schwachstellen CVE-2025-21079 und CVE-2025-58486 zu einer Remote-Kompromittierung auf Systemebene verknüpfen lassen. Auslöser kann bereits ein per Werbung oder Messenger zugestellter Link sein. Die Forscher führen den Angriff auf Designfehler in Samsungs Assistenten Bixby zurück: Eine automatisch gewährte Android-Berechtigung habe eine Rechteausweitung ermöglicht, sodass sich unautorisierte Befehle an Bixby übergeben ließen. Samsung hat die Probleme laut Quelltext bereits Ende vergangenen Jahres behoben.

Eine weitere kritische Schwachstelle betrifft Odysseus, einen auf Datenschutz ausgerichteten KI-Arbeitsbereich für die Interaktion mit LLMs. Laut Manifold Security erlaubt die Lücke mit einem CVSS-Wert von 9,9 einem authentifizierten Benutzer ohne Administratorrechte, über zwei gewöhnliche API-Anfragen Betriebssystembefehle mit den Rechten des Odysseus-Prozesses auszuführen. Betroffen sind damit auch Anwendungsdaten und Zugangsinformationen wie Passwort-Hashes, TOTP-Geheimnisse, gespeicherte API-Schlüssel, die Datenbank sowie SSH-Schlüssel für verwaltete entfernte Systeme. Behoben wurde der Fehler in Version 1.0.2; Hinweise auf eine Ausnutzung vor dem Patch gibt es laut Manifold Security nicht.

Auch Lieferketten und Entwicklungsumgebungen bleiben ein Einfallstor. Sonatype beschreibt unter dem Namen „Flooding Dropper“ eine aktive Kampagne mit 846 Software-Komponenten im npm-Umfeld. Die Pakete laden nach der Installation einen JavaScript-Loader der ersten Stufe nach, erkennen das Betriebssystem und beziehen passende Nutzlasten für Windows, Linux oder macOS von zufällig ausgewählten, fest eincodierten Hosts. Unter Windows folgt ein weiterer Loader, der unter anderem Prüfungen auf Sandbox- und virtuelle Umgebungen vornimmt, Funktionen von Event Tracing for Windows und der Antimalware Scan Interface manipuliert, Persistenz über eine geplante Aufgabe einrichtet und eine verschlüsselte Nutzlast nachlädt.

Datadog verweist parallel auf Risiken in Coding-Agent-Umgebungen. Demnach kann bereits das Vertrauen in ein Repository dazu führen, dass vom Repository kontrollierter Code ausgeführt wird, noch bevor der erste Prompt gesendet wurde. Konkret nennt Datadog Konfigurationen für Codex MCP und Projekteinstellungen von Claude Code, die automatische Pfade zur Codeausführung eröffneten, ohne Modellantwort oder Freigabe eines Shell-Befehls. Schon zuvor hatte das Unternehmen vor „Skills“ für Claude Code gewarnt, weil dynamische Kontextbefehle ausgeführt werden können, bevor das Modell die Anweisungen überhaupt sieht.

Im Bereich Malware hebt Palo Alto Networks Unit 42 eine neue Version von XCSSET hervor. Version 40 zielt auf tausende macOS-Nutzer über kompromittierte Xcode-Projekte und GitHub-Repositories. Laut Unit 42 verbirgt die Architektur ihre Kernlogik im Speicher, kombiniert polymorphe Nutzlastgenerierung mit dateiloser Persistenz und dynamischer Ausführung im Speicher und schwächt mehrere Sicherheitsmechanismen auf betroffenen Systemen. Neu ist unter anderem ein Telegram-Trojanisierer, der die legitime Telegram-Desktop-Anwendung entfernt und durch eine manipulierte Version ersetzt, um Kommunikation abzugreifen.

Huntress beschreibt derweil eine aktive Phishing-Kampagne im Namen der Bank of America. Ziel ist es, Windows-Nutzer zur Installation der Fernzugriffssoftware ScreenConnect zu verleiten und deren Entfernung zu erschweren. Die Schadsoftware tarnt ScreenConnect als Dienst namens Windows Security. Laut Huntress führt die Angriffskette über eine ZIP-Datei mit einer .vbs-Datei, mehrere Dekodierungsschritte und schließlich zu PowerShell-Befehlen mit erhöhten Rechten, die einen angepassten ScreenConnect-Client als Microsoft-Installer herunterladen und mit Administratorrechten installieren.

Forescouts Vedere Labs haben zudem 15 Schwachstellen im Zero-Touch-Provisioning-System von TP-Link Omada-Routern und weiteren Geräten identifiziert. Die Mängel können Client-seitige Codeausführung, Informationsabfluss, Geräteübernahme, Spoofing und die Kompromittierung verschlüsselter Kommunikation ermöglichen. Laut Forescout reichen manche Probleme über Omada hinaus bis zu IP-Kameras, Smart-Home-IoT-Geräten, mobilen Apps und Cloud-Konten von TP-Link. In Kombination mit den bereits veröffentlichten Schwachstellen CVE-2025-7850 und CVE-2025-7851 könnten Angreifer so über Controller und Client-Geräte in Netzwerke eindringen.