Ein Cyberangriff hat North Carolina Ports dazu gezwungen, den Betrieb vorübergehend auf manuelle Prozesse umzustellen. Die Hafenbehörde, die nach eigenen Angaben jährlich mehr als 4 Millionen Tonnen Fracht umschlägt, bestätigte laut Recorded Future News, dass ein externer Akteur oder eine externe Gruppe in die IT-Systeme eingedrungen sei.
Als Reaktion setzte North Carolina Ports einen Notfallplan in Kraft und informierte mehrere Behörden des Bundesstaats sowie die U.S. Coast Guard. Nach Angaben eines Sprechers wurde der Vorfall inzwischen eingedämmt. Derzeit konzentriert sich die Behörde auf die Wiederherstellung der betroffenen Systeme.
Von dem Angriff betroffen waren sämtliche drei Standorte von North Carolina Ports: Wilmington, Morehead City und Charlotte. Zwar folgen die Einrichtungen laut Sprecher wieder einem normalen Betriebsplan, die operativen Abläufe werden aber noch manuell verarbeitet. Auf der Website der Hafenbehörde wurde für Donnerstag mitgeteilt, dass die Tore an allen drei Häfen regulär arbeiten, es aber zu Verzögerungen kommen könne.
Auch lokale Medien berichteten, dass seit Dienstag Schilder an den Hafentoren auf Verzögerungen „wegen Systemproblemen“ hingewiesen hätten. Damit wurde die Umstellung auf manuelle Abläufe auch vor Ort sichtbar.
Zur technischen Aufarbeitung arbeitet eine externe Forensik-Firma mit der IT-Abteilung von North Carolina Ports zusammen. Sie soll den Vorfall bewerten und die Wiederherstellung der Systeme unterstützen. Auf Fragen, ob es sich um einen Ransomware-Angriff handelt, reagierte der Sprecher nicht.
Bislang hat sich keine Hackergruppe zu dem Angriff bekannt. Der Bericht verweist zugleich darauf, dass Häfen in den USA, Europa und Asien in den vergangenen fünf Jahren wiederholt von Ransomware-Gruppen ins Visier genommen wurden, während viele Betreiber ihre Abläufe zunehmend digitalisieren. Als Beispiel nennt der Text den Port of Seattle, der 2024 laut Bericht kein Lösegeld an Cyberkriminelle zahlte, nachdem es vor dem Feiertagswochenende zum Labor Day zu Problemen am Flughafen und Seehafen der Stadt gekommen war.
Im politischen Umfeld griff Senator Tom Cotton das Thema am Mittwoch in einem Schreiben an Finanzminister Scott Bessent auf. Darin forderte er, Investitionen in die Modernisierung amerikanischer Betriebstechnik zu fördern. Cotton schrieb, diese Technik sei unterfinanziert und veraltet, wodurch wichtige Infrastrukturen wie Wassersysteme, Energieanlagen und Industriebetriebe, besonders in ländlichen Bundesstaaten wie Arkansas, anfällig für Cyberangriffe durch Gegner würden. Angriffe auf zivile Infrastruktur seien zu einem routinemäßigen Instrument moderner Kriegsführung geworden, und amerikanische Betriebstechnik sei ein Ziel.
