Oligo Security zufolge lässt sich TeamPCP mit einer Angriffslinie verbinden, die deutlich vor dem öffentlichen Auftreten des Namens begann. Die Forscher Avi Lumelsky und Gal Elbaz schreiben, die Verbindung werde durch Überschneidungen bei Domains, Malware-Bereitstellungspfaden, Staging-Techniken, Backend-Infrastruktur und operativer Methodik gestützt.

Im Fokus stehen dabei zwei Kampagnen aus der zweiten Hälfte 2025: ShadowRay 2.0, auch IronErn genannt, und TA-NATALSTATUS. Bei ShadowRay 2.0 wurde laut Oligo KI-Infrastruktur gekapert und in ein sich selbst verbreitendes Botnetz eingebunden. TA-NATALSTATUS wiederum griff exponierte Redis-Server an, um Kryptowährungs-Miner auszuliefern.

Nach Einschätzung von Oligo ist TA-NATALSTATUS eine Weiterentwicklung einer früheren Kampagne, die Trend Micro im April 2020 beschrieben hatte. Damals wurden bereits Redis-Server angegriffen, um Schadsoftware zu platzieren. Daraus leiten die Forscher ab, dass die Akteure lange vor der Selbstbezeichnung als TeamPCP internetzugängliche Infrastruktur rund um Ray, Docker, Redis und React attackierten.

Öffentlich in Erscheinung trat die Gruppe zunächst gegen Ende des vergangenen Jahres. Damals wurde sie mit der Ausnutzung von Sicherheitslücken in React Server Components und Next.js in Verbindung gebracht, um Zugangsdaten und sensible Daten aus kompromittierten Umgebungen abzuziehen. Diese Aktivität lief unter dem Namen Operation PCPcat.

Anfang dieses Jahres beschrieb Flare anschließend eine großangelegte Kampagne der Gruppe gegen Cloud-native Umgebungen. Laut Flare-Forscher Assaf Morag sollte die Operation eine verteilte Proxy- und Scan-Infrastruktur im großen Maßstab aufbauen, um anschließend Server zu kompromittieren, Daten abzuziehen, Ransomware zu installieren, Erpressung zu betreiben und Kryptowährungen zu schürfen.

Später weitete die Gruppe ihre Aktivitäten laut Oligo auf prominente Angriffe auf die Software-Lieferkette aus. Dabei missbrauchten die Angreifer die Vernetzung moderner Softwareentwicklung, indem sie populäre Open-Source-Bibliotheken vergifteten und so Entwicklersysteme in großer Zahl infizierten. Als zentrale Bausteine nennt Oligo den Missbrauch von GitHub Actions sowie den Diebstahl von Token.

Einen besonders starken operativen Zusammenhang sieht Oligo in Überschneidungen zwischen den bei ShadowRay 2.0 beobachteten GitHub- und GitLab-Identitäten von IronErn und der späteren Infrastruktur von TeamPCP. Die Korrelation von GitLab-Authentifizierungsprotokollen, Kommando-und-Kontroll-Infrastruktur, Reverse-Shell-Aktivitäten und Malware-Staging stelle eine direkte operative Brücke zwischen ShadowRay 2.0 und dem später öffentlich als TeamPCP auftretenden Akteur her.

Die aktuellen Erkenntnisse zeigen nach Angaben von Oligo außerdem, dass die Gruppe wiederholt bekannte Schwachstellen in React, Docker, Redis und Ray missbrauchte, um Zugang zu erhalten. Dabei setzte sie auf automatisierte und wurmfähige Ausnutzungstechniken zur Selbstverbreitung.

Parallel dazu entwickelte TeamPCP sein Malware-Arsenal weiter. Dazu gehört ein Python-Skript namens „kube.py“, das gezielt nach einem Einbruch in Kubernetes-Umgebungen eingesetzt wird. Während frühere Versionen vor allem auf Verbreitung und Persistenz ausgerichtet waren, enthielten neue Varianten, die noch im März 2026 beobachtet wurden, bereits wischerähnliche Funktionen.

Dieser destruktive Code prüfte, ob ein System auf die Zeitzone Iran eingestellt war. Traf das zu, startete er ein DaemonSet, das mithilfe eines Wipers namens Kamikaze jeden Knoten im Cluster löschte. Auf Kubernetes-Knoten außerhalb des Iran wurde stattdessen die Hintertür CanisterWorm installiert. Auf nicht zu Kubernetes gehörenden iranischen Systemen führte die Schadsoftware eine „poison_pill()“-Routine aus, um das gesamte Dateisystem zu löschen.

Ob es sich bei dieser Kontinuität um ein direktes Rebranding, ein gemeinsames Betreiberteam oder eine enge Zusammenarbeit historisch verbundener Akteure handelt, lasse sich laut Oligo nicht mit letzter Gewissheit sagen. Belegt sei aber, dass TeamPCP die Fortsetzung eines bestehenden operativen Ökosystems darstelle und nicht das Auftauchen eines völlig neuen Bedrohungsakteurs gegen Ende 2025.