1Password hat mit seinem neuen Forschungsteam Off-By-1 Labs eine erste Studie vorgelegt, die sich mit von KI erzeugten Patches für Schwachstellen befasst. Nach Angaben des Unternehmens wurden mehr als 6.000 Patches für kürzlich veröffentlichte, komplexe Schwachstellen in Open-Source-Software ausgewertet. Das Ergebnis: 54 Prozent der analysierten Patches beseitigten die Zielschwachstelle nicht. Sie lösten das ursprüngliche Problem nicht, führten eine neue Schwachstelle ein oder beides. Nur 26 Prozent beseitigten die Schwachstelle vollständig, ohne das Verhalten der Anwendung wesentlich zu verändern, weitere 20 Prozent behoben sie zwar, änderten dabei aber das Anwendungsverhalten. Zusätzlich stellte 1Password mit 1Password Privileged Access eine Erweiterung seiner Unified-Access-Plattform für den PAM-Bereich vor.

Synack Red Team-Forscher Malcolm Stagg beschrieb mit NatJack eine neue Klasse von Angriffen, die Vertrauensannahmen in der Netzwerkadressübersetzung (NAT) ausnutzt. Die über mehrere Jahre durchgeführte Untersuchung identifizierte laut Synack vier Techniken: das Kapern aktiver TCP-Verbindungen, das Vergiften von DNS-Antworten, das Ermitteln von Ports anderer Verbindungen und das Erzwingen einer Denial-of-Service-Situation durch das Ausschöpfen der NAT-Tabelle eines Geräts. Die zugrunde liegende Schwäche fand Synack nach eigenen Angaben in unabhängig entwickelten NAT-Implementierungen von Windows, Linux und macOS. Bisher wurden zwei CVEs vergeben: CVE-2026-56181 für Microsoft Windows NAT in Hyper-V und CVE-2026-63913 für das Linux-Subsystem netfilter conntrack.

Zenity berichtete neben seiner PleaseFix-Forschung über eine aktive Kampagne mit bösartigen Skills, die über Vercels skills.sh verteilt wurde. Die betroffene Skill-Familie kam laut Zenity auf insgesamt mehr als 1,7 Millionen Installationen. Die Kampagne wurde nach Angaben von Zenity und Vercel unterbunden. Untersucht wurde sie mit AI Total, einem neuen kostenlosen Dienst für Bedrohungsinformationen, der Skills für KI-Agenten in einer isolierten Umgebung dynamisch ausführt und ihr Laufzeitverhalten analysiert.

CyberProof veröffentlichte Forschung zu einer Angriffskette, bei der ein per Browser heruntergeladener Software-Installer als kostenloses Hilfsprogramm getarnt war. Laut CyberProof setzte der Angriff auf Benutzerinteraktion und nicht auf die Ausnutzung von Software-Schwachstellen. Die Analyse beschreibt eine Lieferkette, in der Angreifer überzeugende Landingpages, gültige Code-Signing-Zertifikate und serverseitige Steuerung einsetzen.

Auch mehrere Anbieter nutzten die Konferenz für Produktneuheiten. Cyble aktualisierte seine Endpunktsicherheitsplattform Cyble Titan um hardwaregestützte Attestierung mit im Silizium verankerter Vertrauensbasis sowie automatisierte Reaktionsfunktionen. NeuralTrust stellte ein Laufzeitsicherheitsgeflecht für KI-Agenten vor, das über ein Agent Gateway den Datenverkehr über den gesamten Interaktionszyklus hinweg prüft, Abweichungen im Denken des Agenten überwacht, Authentifizierungsrichtlinien für Werkzeuge validiert und bösartige Nutzdaten wie Prompt-Injections und offengelegte Zugangsdaten markiert.

Optiv kündigte mit Optiv Agentic Security Operations ein Managed-Service-Modell an, das Google Security Operations und Wiz zusammenführt. RapidFort präsentierte mit RapidFort Runtime eine Lösung zur kontinuierlichen Bedrohungsbeseitigung in Produktionsumgebungen, die unter anderem kontinuierliches CVE-Monitoring und Manipulationserkennung umfasst. Vectra AI stellte Vectra AI Pro vor, das Signale aus Netzwerk, Identität, Cloud, SaaS, EDR und SASE korreliert, um ein einheitliches Verständnis von Angreiferverhalten zu schaffen.

Weitere Meldungen betreffen Cogent Security, das sein KI-Modell VR-1 als sicherheitsbezogenes Gegenstück zu allgemeinen Frontier-Modellen positioniert, sowie KnowBe4. Das Unternehmen erweitert seine Echtzeit-Coaching-Funktionen um sofortige, kurze Sicherheitshinweise, wenn riskantes Verhalten erkannt wird.