Nach Darstellung von Levi Strauss & Co. wurde der Vorfall kürzlich entdeckt. Ein unbekannter Angreifer habe drei Mitarbeiter mit Social Engineering manipuliert, was zur Kompromittierung von unternehmenseigenen Computern führte. In seiner Mitteilung an die SEC schreibt das Unternehmen, nach vorläufigen Erkenntnissen gehe es davon aus, dass bestimmte Unternehmensinformationen infolge des Vorfalls abgerufen und exfiltriert wurden.

Gleichzeitig betont Levi’s, dass die Eindämmung schnell erfolgt sei. Zum Zeitpunkt der Einreichung bei der SEC sei das Unternehmen der Auffassung gewesen, den unbefugten Zugriff erfolgreich eingegrenzt und beendet zu haben. Zudem habe der Vorfall keine Verbraucherdaten beeinträchtigt.

Auch operative Folgen sieht der Bekleidungshersteller bislang nicht. Levi Strauss erklärte, es habe keine Unterbrechung des Geschäftsbetriebs gegeben. Nach dem bisherigen Stand der Untersuchung geht das Unternehmen außerdem nicht davon aus, dass der Vorfall wesentliche Auswirkungen auf Geschäft oder Finanzlage haben wird.

Die interne Untersuchung ist nach Unternehmensangaben noch nicht abgeschlossen. Levi’s kündigte an, betroffene Parteien bei Bedarf weiter zu informieren. Welche konkreten Unternehmensdaten betroffen sind, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Levi Strauss beschäftigt 19.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 6,3 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen betreibt weltweit mindestens 3.300 Geschäfte; seine Produkte werden außerdem über zahlreiche Drittanbieter im stationären Handel und online verkauft.

BleepingComputer fand nach eigenen Angaben im Netz keine Gruppe, die den Angriff auf Levi’s für sich reklamiert hat. Einige Medien brachten den Vorfall jedoch mit UNC6671 in Verbindung. Googles Threat Intelligence Group hatte UNC6671 mit einer jüngsten Welle von Voice-Phishing-Angriffen auf Hunderte Organisationen in Zusammenhang gebracht.

Levi’s selbst hat diese Zuordnung in der SEC-Meldung nicht vorgenommen. Gesichert ist nach den bislang veröffentlichten Angaben nur, dass der Einstieg über Social Engineering bei drei Mitarbeitern erfolgte und dabei Unternehmensdaten von deren Rechnern abgezogen wurden.