Der US-Bekleidungshersteller Levi Strauss & Co. hat am Freitag einen Sicherheitsvorfall bekannt gemacht. Laut einer Einreichung bei der U.S. Securities and Exchange Commission verschaffte sich eine unbefugte dritte Partei über einen Social-Engineering-Angriff Zugang zu drei Firmenrechnern und griff danach auf bestimmte Unternehmensdaten zu, die anschließend exfiltriert wurden.
Welche konkreten Unternehmensinformationen entwendet wurden, ließ Levi Strauss offen. Das Unternehmen erklärte jedoch, den Vorfall kurz nach seiner Entdeckung eingedämmt zu haben. Nach Angaben des Konzerns kam es zu keiner Störung des Geschäftsbetriebs, und es gebe keine Belege dafür, dass Verbraucherdaten betroffen waren.
In der Mitteilung an die SEC erklärte Levi Strauss außerdem, man gehe nicht davon aus, dass der Vorfall wesentliche Auswirkungen auf Geschäftsstrategie, Betrieb, Finanzlage oder Geschäftsergebnisse hatte oder vernünftigerweise haben dürfte. Weitere technische oder operative Details nannte das Unternehmen nicht.
Unklar bleibt auch, wer hinter dem Angriff steckt. Levi Strauss identifizierte die Angreifer nicht, machte keine Angaben dazu, ob Ransomware beteiligt war, und teilte auch nicht mit, ob eine Lösegeldforderung eingegangen ist. Öffentlich hat bislang keine Hackergruppe die Verantwortung übernommen. Die Untersuchung läuft nach Unternehmensangaben weiter.
Levi Strauss mit Sitz in San Francisco ist vor allem für die Denim-Marke Levi’s bekannt. Das Unternehmen betreibt weltweit fast 3.300 Einzelhandelsgeschäfte, beschäftigt rund 19.000 Menschen und erzielte im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von 6,3 Milliarden US-Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei mehr als 9 Milliarden US-Dollar.
Die Offenlegung reiht sich in weitere Vorfälle im Einzelhandel ein. Anfang dieser Woche erklärte die niederländische Luxuskaufhauskette De Bijenkorf, dass ein Cyberangriff auf einen ihrer Logistikdienstleister zu Verzögerungen bei Kundenbestellungen, Rücksendungen und Rückerstattungen geführt habe und möglicherweise auch Kundeninformationen offengelegt wurden.
Auch der Fast-Fashion-Händler Mango und die Outdoor-Bekleidungsmarke The North Face meldeten im vergangenen Jahr Datenschutzverletzungen. Britische Händler wie Harrods, M&S und The Co-op waren ebenfalls von Cybersicherheitsvorfällen im Jahr 2025 betroffen.
Das FBI und andere Behörden warnen Unternehmen weiterhin vor der Zunahme von Social-Engineering-Kampagnen durch Cyberkriminelle.
