Stade Français Paris hat einen Cyberangriff bestätigt, der Teile der internen IT-Systeme störte. Nach Angaben des Clubs wurde die Umgebung inzwischen aus sauberen Backups wiederhergestellt. Der reguläre Betrieb laufe wieder normal, während Ticketing-Plattform und Onlineshop laut Verein zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt wurden.

Parallel dazu untersucht der Club einen möglichen Datenabfluss. Stade Français erklärte, im Internet sei eine Probe von Daten aufgetaucht, die angeblich bei dem Angriff gestohlen wurden. Der Verein arbeite daran, den Umfang des Vorfalls zu klären und Personen zu identifizieren, deren Informationen betroffen sein könnten.

In einer Stellungnahme erklärte der Club, er werde zum Schutz seiner Interessen und der Interessen aller Beteiligten sowie zur Vermeidung von Beeinträchtigungen der laufenden Untersuchung und Reaktion weder zu Mitteilungen der Angreifer noch zu Informationen Stellung nehmen, die von Dritten verbreitet wurden. Außerdem teilte Stade Français mit, die zuständigen Behörden informiert und nach Entdeckung des Vorfalls Strafanzeige erstattet zu haben.

Wer hinter dem Angriff steckt, ließ der Club offen. Stade Français nannte keinen konkreten Bedrohungsakteur und machte auch keine Angaben dazu, ob eine Lösegeldforderung eingegangen ist oder ob Verhandlungen mit den Angreifern geführt werden.

Bereits zu Wochenbeginn reklamierte die Ransomware-Gruppe Qilin den Angriff auf ihrer Leak-Seite im Darknet für sich. Französische Medien berichteten, die Angreifer hätten Dokumente von 18 Spielern als Beleg für den Einbruch veröffentlicht und damit gedroht, bis zum Ende der kommenden Woche weitere Dateien freizugeben, falls kein Lösegeld gezahlt werde. Recorded Future News konnte die Echtheit der geleakten Dokumente nach eigenen Angaben nicht unabhängig verifizieren.

Qilin zählt zu den aktivsten Ransomware-as-a-Service-Operationen. Die Gruppe vermietet ihre Schadsoftware an Partner, die Angriffe durchführen und im Gegenzug einen Anteil an den Lösegeldzahlungen abgeben. Typischerweise setzt Qilin laut dem Bericht auf doppelte Erpressung: Zunächst werden Daten entwendet, anschließend Systeme verschlüsselt und die Veröffentlichung der Informationen angedroht, falls keine Zahlung erfolgt. Cybersicherheitsforscher brachten die Operation in der Vergangenheit mit russischsprachigen Cyberkriminellen in Verbindung.

Der Bericht ordnet den Vorfall in eine Serie ähnlicher Fälle im Sport ein. Zu Jahresbeginn hatte der niederländische Fußballclub Ajax offengelegt, dass Angreifer über eine ungepatchte Schwachstelle in interne Systeme eindrangen und dabei E-Mail-Adressen von mehreren hundert Personen sowie begrenzte personenbezogene Daten zu Personen mit Stadionverbot offengelegt wurden.

Auch Bologna FC aus Italien war 2024 von einem Ransomware-Angriff betroffen, bei dem Finanzdokumente, medizinische Unterlagen von Spielern und vertrauliche Mitarbeiterinformationen offengelegt wurden. Weitere jüngere Opfer waren Paris Saint-Germain, das 2024 einen Cyberangriff auf seinen Online-Ticketdienst meldete, Manchester United mit einem Ransomware-Vorfall im Jahr 2020, der niederländische Fußballverband im Jahr 2023 sowie der französische Fußballverband im Jahr 2025.