Cassady arbeitet derzeit als ranghoher Beamter bei der National Telecommunications and Information Administration. Zuvor war er bei der Federal Communications Commission tätig. Seine Anhörung zur Bestätigung im April verlief laut dem Quelltext weitgehend ohne kritische Nachfragen.
Bei dieser Anhörung sagte Cassady, die Vereinigten Staaten sollten mit „vertrauenswürdigen Partnern zusammenarbeiten, die unser Bekenntnis zu sicheren, widerstandsfähigen und offenen digitalen Ökosystemen teilen“. Diese Aussage gehört zu den wenigen inhaltlichen Akzenten, die aus dem Verfahren bekannt wurden.
Offen blieb bei der Anhörung seine Haltung zur Frage, ob die USA fortgeschrittene Halbleiterchips nach China liefern sollten. Cassady vermied dazu eine eindeutige Festlegung. „Ich habe dazu bislang keine starke Position. Sicher ist, dass ich mir sehr, sehr schnell eine erarbeiten werde“, sagte er.
Im selben Zusammenhang verwies der Quelltext auf eine Aussage von Jeffrey Kessler, Unterstaatssekretär im Handelsministerium für Industrie und Sicherheit. Kessler sagte im vergangenen Monat vor dem Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses, dass „sehr wenige“ der H200-KI-Chips von Nvidia nach China und Hongkong geliefert worden seien. Das wurde als Hinweis gewertet, dass entsprechende Lieferungen bereits laufen.
Zum Zeitpunkt seiner Anhörung erklärte Cassady außerdem, die Regierung versuche, „sehr wichtige konkurrierende Erwägungen sowohl im Hinblick auf wirtschaftlichen Wohlstand als auch auf die nationale Sicherheit auszubalancieren“. Falls er bestätigt werde, werde er sich in dieses Thema „sehr gründlich einarbeiten“.
Wie stark Cassady diese Fragen als Botschafter tatsächlich prägen kann, bleibt nach der Reorganisation des Außenministeriums offen. Das bisherige Bureau of Cyberspace and Digital Policy wurde in drei Teile gegliedert, darunter das neue Bureau of Emerging Threats. Gleichzeitig wurde die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich reduziert.
