Nach der Entscheidung des Gerichts muss Meta nicht nur zahlen, sondern auch konkrete Nutzungsbeschränkungen für junge Menschen in New Mexico umsetzen. Richter Bryan Biedscheid vom Staatsgericht in Santa Fe schrieb in seiner Begründung, Metas soziale Plattformen seien zwar nicht allein verantwortlich, aber ein erheblicher Mitfaktor der durch die Beweise in dem Verfahren belegten aktuellen psychischen Gesundheitskrise unter Jugendlichen in New Mexico. In dem Urteil bezeichnete er Meta zudem als „öffentliches Ärgernis“.
Zu den Auflagen gehört, dass Meta Jugendlichen in New Mexico zwischen 22 Uhr und 7 Uhr keine Push-Benachrichtigungen schicken darf. Außerdem darf das Unternehmen jugendliche Nutzer seine Plattformen nicht länger als 90 Stunden pro Monat verwenden lassen. Nach der Entscheidung müssen Facebook und Instagram zudem öffentliche Hinweisseiten einführen, die die Kinderschutzfunktionen und andere relevante Sicherheitsinformationen erklären.
Die 567 Millionen US-Dollar sollen in einen Fonds zur Minderung von Schäden durch soziale Medien fließen. Davon sind 420 Millionen US-Dollar ausdrücklich für die Behandlung junger Menschen in New Mexico reserviert, die auf den Plattformen Schaden genommen haben. Der verbleibende Betrag ist laut Gericht für Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und zur Vorbeugung weiterer Schäden vorgesehen.
Meta wies die Entscheidung zurück und kündigte Rechtsmittel an. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Meta sei mit dem Urteil nicht einverstanden und plane Berufung einzulegen. Das Unternehmen arbeite hart daran, Menschen auf seinen Plattformen zu schützen, und sei offen mit den Herausforderungen beim Erkennen und Entfernen böswilliger Akteure sowie schädlicher Inhalte umgegangen. Meta halte weiter an seiner Darstellung fest, Jugendliche im Netz wirksam zu schützen, und wolle sich gegen Vorwürfe verteidigen, die nach eigener Auffassung die Tatsachen falsch darstellten.
Der Fall in New Mexico steht nicht isoliert. Im März entschied auch eine Jury in Kalifornien, dass Meta und YouTube für die Abhängigkeit eines jungen Mädchens von sozialen Medien verantwortlich seien, die ihrer Darstellung zufolge ihre psychische Gesundheit beeinträchtigt habe. Die Jury sprach dem Mädchen 6 Millionen US-Dollar von Meta zu.
Darüber hinaus sieht sich Meta nach dem Bericht mindestens 1.200 Klagen von Schulbezirken gegenüber. Im Mai einigte sich das Unternehmen zudem mit einem Schulbezirk in Kentucky, der argumentiert hatte, Meta müsse zur Finanzierung psychischer und schulischer Hilfsmaßnahmen für Kinder beitragen, die durch seine Plattformen geschädigt worden seien.
