Beschleuniger sind spezialisierte Chips, die weder CPU noch GPU sind und gezielt die für KI benötigten Workloads auslagern und beschleunigen. Zu den im Text genannten Herstellern zählen Tenstorrent, Groq, Cerebras, Graphcore und Google. Parallel dazu entstehen sogenannte Neo-Clouds als spezialisierte Cloud-Angebote, die sich von klassischen Hyperscalern wie Azure, Google Cloud und AWS unterscheiden. Als Beispiele nennt der Quelltext CoreWeave und Nebius.

Diese Neo-Clouds sind auf KI ausgerichtet, oft mit Beschleunigern aufgebaut und für Kunden gedacht, die Training, Inferenz und Modellaufbau benötigen. Genannt werden massive Parallelisierung, latenzarme Edge-Rechenleistung, flexible Bereitstellung sowie günstigere oder besser planbare Kostenstrukturen. Ein typisches Einsatzszenario ist der Betrieb interner Chatbots, deren kurze Antwortzeiten durch die auf Beschleuniger optimierte Hardware der Neo-Cloud unterstützt werden.

Genau in dieser Infrastruktur verortet Stealthium blinde Flecken der Sicherheit. Nach Darstellung des Unternehmens sind traditionelle Cybersicherheitswerkzeuge nicht mit der Verbreitung von Beschleunigern Schritt gehalten. Ihnen fehle die Sicht in den Hochgeschwindigkeitsspeicher dieser Systeme, und damit auch die Möglichkeit, zuverlässig zu erkennen, was innerhalb der Hardware einer Neo-Cloud geschieht.

Chris Hosking, GTM Advisor bei Stealthium, sagt dazu, das bisherige Verständnis des geteilten Verantwortungsmodells für Sicherheit greife hier nicht, und auch Sicherheitskontrollen sowie Beobachtbarkeit seien in diesem Bereich nicht anwendbar. Weiter erklärt er, viele Organisationen fühlten sich zunehmend unwohl, weil ihnen für diese Silizium-Beschleunigerschicht aussagekräftige Sicherheits- und Beobachtbarkeitskontrollen in Echtzeit fehlten.

Stealthium will diese Lücke nicht durch direkten Einblick in die Beschleuniger schließen. Stattdessen setzt das Unternehmen laut Quelltext einen Agenten in der Infrastruktur des Kunden ein, der die aus der Neo-Cloud kommende Telemetrie nach Anzeichen einer Kompromittierung durchsucht. Die zugrunde liegende Technik sei nicht neu, aber stark spezialisiert. Entscheidend seien die Hinweise, nach denen gesucht werde, nicht das allgemeine Verfahren selbst.

Als Beispiel nennt der Text Januscape. Die Malware habe eine Schwachstelle in verschachtelter Virtualisierung ausgenutzt, wodurch Angreifer einer Drittpartei eine Umgebung anbieten oder verkaufen konnten. In einer Neo-Cloud könnte ein solcher Angriff zu Mandanten-übergreifenden Datenabflüssen führen, sodass eine Drittpartei Einblicke in legitime interne Chatbots erhält und möglicherweise auch Zugriff darauf bekommt. Stealthium will solche Szenarien erkennen, indem der Agent subtile Auffälligkeiten in der Telemetrie identifiziert.

Solche Lieferkettenangriffe kommen dem Quelltext zufolge bereits vor und dürften künftig zunehmen. Hosking beschreibt als mögliche Folgen eines kompromittierten Neo-Cloud-Knotens den Zugriff auf KI-Gewichte, das Vergiften, Verfälschen und Verändern des Modellverhaltens, Erpressung des Kunden, Kryptomining in der geteilten Umgebung oder die Nutzung als neue Operationsbasis. Als potenzielle Akteure nennt der Text sowohl finanziell motivierte Cyberkriminelle als auch Nationalstaaten, die Informationen sammeln oder Einfluss suchen.

Stealthium erscheint damit als frühes Beispiel für eine neue Art von Sicherheitsunternehmen: Anbieter, die Sichtbarkeit für den Betrieb von KI-Beschleunigern schaffen wollen, indem sie die aus der Hardware stammende Telemetrie sammeln, auswerten und mit einem spezialisierten, fortlaufend aktualisierten Agenten auf subtile Anzeichen einer Kompromittierung prüfen.