Im Mittelpunkt der Warnung stehen die Schwachstellen CVE-2026-20337 bis CVE-2026-20339 sowie CVE-2026-20345 bis CVE-2026-20348. Entdeckt wurden sie in ClamAV, einer quelloffenen, plattformübergreifenden Engine zur Malware-Erkennung. Cisco zufolge liegen die Fehler in den ClamAV-Parsern für ZIP-, GPT-, PESpin-, PDF-, Mach-O- und XAR-Dateien.
Nach Unternehmensangaben könnten entfernte, nicht authentifizierte Angreifer die Lücken missbrauchen, um einen Denial-of-Service herbeizuführen. Kurz nachdem ClamAV die Korrekturen veröffentlicht hatte, legte Cisco eine Sicherheitswarnung nach und teilte mit, dass für CVE-2026-20337 und CVE-2026-20338 bereits Proof-of-Concept-Code existiert.
Die Patches wurden in ClamAV Version 1.5.4 aufgenommen. Diese Version enthält auch eine Korrektur für eine Path-Traversal-Schwachstelle in WinRAR für Windows, die zu der Ausführung beliebigen Codes führen könnte.
Für Cisco-Kunden ist entscheidend, wie die Risiken je nach Plattform ausfallen. Unter Windows stuft das Unternehmen die Schwachstellen als hohes Risiko ein, „weil diese Plattformen den ClamAV-Scanprozess in einem privilegierten Sicherheitskontext ausführen“. Auf macOS und Linux bewertet Cisco die Lage als mittelschwer, da der ClamAV-Scanprozess dort mit geringeren Rechten läuft.
Eine Umgehungslösung gibt es laut Cisco für keine der sieben Schwachstellen. Sicherheitsupdates zur Behebung der Fehler will das Unternehmen im August für sämtliche Secure Endpoint Connector-Produkte ausrollen.
Nicht betroffen ist nach Angaben von Cisco Secure Endpoint Private Cloud. Betroffen ist jedoch die Software Secure Endpoint Connector. Kunden rät das Unternehmen, die verfügbaren Patches, die in Secure Endpoint Private Cloud ab Version 4.2.8 und neuer enthalten sind, aus der Cloud auf ihre Endpunkte zu verteilen.
Cisco betont außerdem, derzeit keine Kenntnis von einer aktiven Ausnutzung dieser Schwachstellen zu haben.
