New Jersey und Alabama haben bestätigt, dass Wasser- und Abwasseranlagen in beiden Bundesstaaten Ziel der seit Ende Juli laufenden Angriffskampagne waren. Damit wächst die Zahl der betroffenen US-Bundesstaaten nach Berichten auf mindestens zwölf, auch wenn bislang nicht alle öffentlich benannt wurden.

Minnesota hatte als erster Bundesstaat offengelegt, dass mehr als 30 Wassersysteme mit Angriffen auf ihre OT-Systeme konfrontiert waren. Später bestätigten auch Michigan, South Dakota und Georgia entsprechende Vorfälle. Nun kommen New Jersey und Alabama hinzu.

In New Jersey wurden laut Fox29 die Wassersysteme in Cape May und Woodbine am 27. Juli Ziel von Cyberangriffen. Behörden erklärten dem Bericht zufolge, dass lediglich Telefonsysteme beeinträchtigt worden seien. Größere Folgen für die Wasserinfrastruktur wurden nicht gemeldet.

Für Alabama berichtete WVTM13, dass das Childersburg Water, Sewer and Gas System am selben Tag angegriffen wurde. Die Angreifer nahmen dort industrielle Steuerungssysteme ins Visier. Eine Störung der Wasserversorgung habe der Angriff jedoch nicht verursacht.

Die bislang öffentlich gewordenen Fälle weisen nach Angaben der betroffenen Versorger und Bundesstaaten keinen erheblichen Schaden auf. Teilweise wurden Systeme vorsorglich abgeschaltet, die Störungen blieben aber begrenzt. Zudem teilten die Stellen den Bürgern mit, dass das Trinkwasser sicher sei.

Wisconsin, Pennsylvania und Washington haben ihre Wasserversorger zwar gewarnt, aber keine Angriffe bestätigt. New York hat sich nicht dazu geäußert, ob Wasserbetriebe des Bundesstaats betroffen waren. Dort kündigten Behörden jedoch Fördermittel von mehr als 9 Millionen US-Dollar an, mit denen der Sektor seine Cybersicherheit stärken soll.

Das FBI hatte öffentlich bestätigt, dass bis zum 30. Juli mindestens sieben Bundesstaaten attackiert worden waren. Weder die Behörde noch andere Regierungsorganisationen haben seitdem offiziell neue Informationen veröffentlicht.

Die Angriffe werden mit iranischen Hackern in Verbindung gebracht. Ziel waren ICS-Geräte von Rockwell Automation und möglicherweise auch Systeme anderer großer Hersteller. CISA hat den Wassersektor angesichts der laufenden Kampagne dazu aufgefordert, seine OT-Systeme abzusichern.