OpenAI beschreibt GPT 5.6 Cyber als Modell für Aufgaben in der Cybersicherheit, darunter Schwachstellenanalyse, Penetrationstests und Incident Response. Nach Angaben des Unternehmens erfolgt die Einführung nicht breit, sondern zunächst über einen begrenzten Kreis freigegebener Partner.
Zu diesen ausgewählten Unternehmen zählen laut OpenAI Accenture, IBM, Capgemini, Cognizant, EY, KPMG, PwC, NCC Group und SpecterOps. Zusätzlich werde das Angebot auf unterstützte Sicherheitsanbieter ausgerollt, darunter Palo Alto Networks, CrowdStrike, Cisco, Sophos, Akamai, Fortinet und Cloudflare.
OpenAI betont, dass reguläre Nutzer keinen Zugang zu den zugrunde liegenden Modellen erhalten. Als Begründung nennt das Unternehmen Sicherheitsrisiken. Dass dieser Schritt sinnvoll sei, leitet OpenAI daraus ab, dass Modelle bereits zum Start von Sicherheitsangriffen missbraucht worden seien.
Statt einer direkten Freigabe an Kunden sollen die genehmigten Partner die Modelle innerhalb vorhandener Sicherheitsprodukte, Managed Services und konkreter Kundenprojekte nutzen. In einem Blogbeitrag schreibt OpenAI: „Indem wir unsere hochentwickelten Cyber-Modelle in ihre Dienste einbringen, können wir mehr Verteidigern helfen, schwerwiegende Schwachstellen zu finden, zu prüfen, welche davon tatsächlich relevant sind, und sie schneller zu beheben.“
Der Zugang erfolgt nach Unternehmensangaben über ein Programm namens Daybreak Access. Dabei können Partner zwei Varianten der Cyber-Funktionen von ChatGPT nutzen. Daybreak Blue ist für ein breites Spektrum defensiver Sicherheitsaufgaben gedacht, während Daybreak Red für speziellere und enger kontrollierte Arbeiten vorgesehen ist.
Je nach Einsatz sollen die Partner die Modelle für die Suche und Validierung von Schwachstellen, für Red Teaming, Penetrationstests, Incident Response und Abhilfemaßnahmen in Unternehmensumgebungen einsetzen können. OpenAI beschreibt das Angebot damit als Unterstützung für Sicherheitsteams in mehreren Phasen der Verteidigung und Reaktion.
Als Schutzmaßnahmen nennt das Unternehmen unter anderem Identitätsprüfung, klar definierte Testumfänge, Protokollierung, Überwachung und menschliche Aufsicht. Zudem bleibe der Zugriff auf die zugrunde liegenden Modelle beim jeweils freigegebenen Partner und werde nicht direkt an den Kunden übertragen. OpenAI erklärt dazu: „Die Partner arbeiten mit den Organisationen zusammen, um die Grenzen jedes Einsatzes festzulegen, Ergebnisse zu prüfen und ihre Fachkenntnis einzubringen, bevor Maßnahmen ergriffen werden.“
Nach Darstellung von OpenAI verschafft dieses Modell Unternehmen Zugang zu fortgeschritteneren KI-Sicherheitsfähigkeiten, ohne dass sie selbst eine spezialisierte Cyber-KI-Infrastruktur aufbauen müssen. Gleichzeitig können sich Cybersicherheitsanbieter und Beratungen laut OpenAI für das Daybreak Cyber Partner Program bewerben. Organisationen, die die Technik nutzen wollen, sollen den Zugang über teilnehmende Sicherheitsanbieter erhalten.
