Der Kommandowechsel bei der CNMF schließt einen monatelangen Umbruch in der Führungsriege des U.S. Cyber Command ab. Ausgelöst wurde dieser im vergangenen April, als Präsident Donald Trump den Chef von Cyber Command und NSA abrupt entließ und damit eine Kette von Personalwechseln in den oberen Rängen beider Organisationen in Gang setzte.
Die Unsicherheit zog sich über Monate hin: Die Regierung verwarf zwei Kandidaten für die in Personalunion geführte Doppelrolle als Chef des Cyber Command und Direktor der NSA – darunter Generalleutnant William Hartman, der beide Organisationen kommissarisch leitete – bevor die Wahl auf Generalleutnant Joshua Rudd fiel, den stellvertretenden Chef des U.S. Indo-Pacific Command. Der Senat bestätigte Rudd in dieser Woche, trotz Widerstands gegen seine Nominierung wegen fehlender Erfahrung in Cybersicherheit und Nachrichtendiensten. Er soll zum Vier-Sterne-General befördert werden und sein Amt in Kürze antreten.
Lennox ist derzeit stellvertretender Kommandeur des Joint Force Headquarters-Cyber Army, das für die Unterstützung von Central Command, Africa Command und Northern Command im Cyberraum zuständig ist. Im vergangenen Jahr gehörte er der Befehlskette der Operation Midnight Hammer an, bei der Cyber Command die iranische Luftabwehr störte, um US-Flugzeuge bei Angriffen auf mehrere Nuklearanlagen besser zu schützen. Zudem hatte er vermutlich Anteil an der Rolle des Kommandos im jüngsten Konflikt mit dem Iran, bei dem Cyber-Operateure die iranische Kommunikation lahmlegten. Zuvor war Lennox bereits stellvertretender Kommandeur für Operationen der CNMF.
Die CNMF wurde 2014 erstmals aktiviert und besteht aus 39 gemeinsamen Cyber-Teams mit mehr als 2.000 militärischen und zivilen Mitarbeitern. Sie steht an vorderster Front der offensiven und defensiven Operationen des Cyber Command und wurde so zentral für dessen Auftrag, dass das Pentagon sie 2022 zu einem festen Bestandteil des Kommandos machte. Die Einheit gilt als Sammelbecken der fähigsten digitalen Operateure des Pentagon, organisiert in Task Forces mit spezifischen Aufträgen oder gegen bestimmte Bedrohungsakteure wie Russland, China, Iran und Nordkorea.
