ExfilSquad hatte nach Darstellung von BleepingComputer behauptet, bei Wesco eingebrochen zu sein und Daten gestohlen zu haben. Nachdem die von den Angreifern gesetzte Frist für Verhandlungen über eine Lösegeldzahlung verstrichen war, veröffentlichte die Gruppe nach eigenen Angaben die exfiltrierten Daten.

Der Täterakteur spricht von 2,6 Millionen Datensätzen. Diese sollen demnach personenbezogene Informationen von Kunden und Mitarbeitern, Konto- und Kontaktdaten, CRM-Benutzerprofile, Kredit- und Geschäftskennungen, Authentifizierungsmetadaten sowie Zugangsinformationen umfassen.

Wesco widerspricht dieser Darstellung zumindest in der Bewertung des Risikos. Das Unternehmen erklärte, es gehe nicht davon aus, dass Zahlungskarteninformationen, Finanzkontodaten oder andere sensible Kunden- oder Mitarbeiterdaten gefährdet seien. Auf zusätzliche Fragen von BleepingComputer zur Bestätigung der Behauptungen von ExfilSquad reagierte das Unternehmen dem Bericht zufolge nicht weiter.

Nach Angaben von Sniderman bezieht sich der Vorfall auf Wescos Cloud-CRM-Umgebung. Wie ein möglicher Zugriff erfolgt sein könnte, hat Wesco nicht offengelegt. Öffentlich verfügbare Informationen deuten laut BleepingComputer darauf hin, dass das Unternehmen möglicherweise Microsoft Dynamics 365 einsetzt.

Hinweise zur Arbeitsweise von ExfilSquad kommen aus jüngsten Berichten von Forschern der Cybersicherheitsfirmen Resecurity und VenariX. Sie untersuchten Aktivitäten der Gruppe und kamen demnach zu dem Ergebnis, dass der Akteur in der Vergangenheit falsch konfigurierte Datentabellen von Microsoft Power Pages ins Visier genommen hat.

ExfilSquad ist bereits durch weitere Vorfälle aufgefallen. Im Quelltext werden frühere Datenpannen bei Analog Devices, der Police National Legal Database im Vereinigten Königreich und der Newcastle University genannt.

Wesco ist ein Fortune-500-Unternehmen, das elektrische, elektronische, Kommunikations-, Sicherheits-, Versorgungs- und Breitbandprodukte vertreibt und zudem Logistik- sowie Lieferkettendienstleistungen für Unternehmen anbietet. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben rund 21.000 Mitarbeiter und betreibt mehr als 700 Distributionszentren, Fulfillment-Zentren und Vertriebsbüros in rund 50 Ländern. Im vergangenen Jahr erzielte Wesco etwa 24 Milliarden US-Dollar Umsatz.