Der stärkste Ausschlag im Bericht betrifft Netzwerkangriffe mit mehr als 1 Tbps. Cloudflare beziffert den Zuwachs gegenüber dem Vorquartal auf 519 Prozent. Auch darunter liegende Größenordnungen nahmen deutlich zu: Angriffe zwischen 500 Gbps und 1 Tbps stiegen um 143 Prozent, Angriffe zwischen 100 und 500 Gbps um 105 Prozent.

In absoluten Zahlen wuchs die Zahl der DDoS-Angriffe auf Netzwerkebene von 10,04 Millionen auf 13,17 Millionen, ein Plus von 31,2 Prozent. Das Volumen bösartiger HTTP-Anfragen stieg von 12,75 Billionen auf 16,89 Billionen und damit um 32,4 Prozent. Den Höhepunkt der gesamten DDoS-Aktivität sah Cloudflare im April mit 6,46 Billionen HTTP-DDoS-Anfragen und 165 PB Angriffsdatenverkehr auf Netzwerkebene.

Trotz der Zunahme sehr großer Angriffe waren die meisten Vorfälle laut Cloudflare weiterhin eher klein und kurzlebig. 96,62 Prozent der Netzwerkangriffe blieben unter 50 Mbps, und 90,6 Prozent endeten innerhalb von zehn Minuten. Der Anteil der Angriffe, die länger als drei Stunden dauerten, stieg leicht von 0,387 Prozent im ersten Quartal auf 0,828 Prozent im zweiten Quartal 2026.

Cloudflare verweist außerdem auf einen kürzlich abgewehrten Rekordangriff, der bei 31,4 Tbps und 200 Millionen Anfragen pro Sekunde seinen Höhepunkt erreichte. Laut Unternehmen wurde dieser Angriff vom Botnet Aisuru/Kimwolf gestartet.

Nach dem April registrierte Cloudflare einen deutlichen Rückgang. Das Unternehmen führt diesen vorsichtig auf die internationale Operation PowerOFF gegen DDoS-for-hire-Dienste zurück. Die Aktion führte zur Festnahme von vier Personen, zur Abschaltung von 53 Domains und zur Zustellung von Warnungen an 75.000 Nutzer solcher Dienste.

Bei den Angriffsmethoden beobachtete Cloudflare im vergangenen Quartal eine Verschiebung hin zu DNS-bezogenen sowie Reflection-/Amplification-Techniken. DNS-Floods machten im zweiten Quartal 40 Prozent aus, nach 25,7 Prozent im ersten Quartal. Zusammengenommen standen DNS-Floods und DNS-Amplification-Angriffe für 34,3 Prozent der DDoS-Angriffe auf Netzwerkebene im ersten Halbjahr. CLDAP-Floods legten gegenüber dem Vorquartal um 881,9 Prozent zu. UDP-Floods belegten im zweiten Quartal mit 14,06 Prozent den zweiten Platz.

Mit Blick auf die Ziele berichtet Cloudflare, dass der Bereich Medien, Produktion und Verlagswesen im ersten Halbjahr 2026 mit 14,2 Prozent den größten Anteil der abgewehrten HTTP-DDoS-Anfragen verzeichnete. Auch der Regierungssektor legte deutlich zu. Cloudflare bringt das mit geopolitischen Ereignissen in Verbindung, darunter die US-israelische Militäraktion gegen den Iran, die dem Unternehmen zufolge zu verstärktem Hacktivismus führte.