Die beiden Schwachstellen CVE-2026-20337 und CVE-2026-20338 gehen laut Cisco auf fehlerhafte Grenzprüfungen beziehungsweise unsachgemäße Speicherbehandlung zurück. Beide Fehler betreffen den ZIP-Parser von ClamAV. Ein Angreifer muss sich dafür nicht authentifizieren und kann den Angriff aus der Ferne auslösen, indem er eine manipulierte ZIP-Datei zum Scannen einspeist.
Cisco beschreibt die Folge klar: Der ClamAV-Scan-Prozess kann dadurch beendet werden. Das führt zu einem Denial-of-Service auf der betroffenen Software. Das PSIRT des Unternehmens teilte außerdem mit, dass Proof-of-Concept-Exploit-Code für die in CVE-2026-20337 und CVE-2026-20338 beschriebenen Schwachstellen bereits öffentlich verfügbar ist. Zugleich erklärt Cisco, es gebe bislang keine Belege für eine Ausnutzung in realen Angriffen.
Der Hersteller hebt hervor, dass die Auswirkungen auf Windows-Plattformen als hoch eingestuft werden, weil nur dort der ClamAV-Scan-Prozess in einem privilegierten Sicherheitskontext ausgeführt wird. Betroffen sind ClamAV-Versionen 1.5.0 bis 1.5.3. Behoben wurden die beiden Fehler in ClamAV 1.5.4, das am 7. August veröffentlicht wurde.
Für CVE-2026-20337 und CVE-2026-20338 gibt es laut Cisco keine Workarounds. Das Unternehmen kündigte jedoch an, im weiteren Verlauf dieses Monats Software-Updates bereitzustellen, die die Schwachstellen in betroffenen Versionen des Secure Endpoint Connector für Windows, Linux und Mac beheben sollen.
Ebenfalls am Freitag schloss Cisco nach eigenen Angaben fünf weitere ClamAV-Sicherheitslücken. Auch diese lassen sich demnach zur Auslösung von Denial-of-Service-Zuständen missbrauchen, wenn präparierte XAR-, Mach-O-, PDF-, GPT- oder PESpin-Dateien zur Prüfung eingereicht werden.
Bereits im Januar 2025 hatte Cisco eine weitere ClamAV-DoS-Schwachstelle mit öffentlich verfügbarem Proof-of-Concept-Code behoben. Damals warnte das Unternehmen, Angreifer könnten den ClamAV-Antiviren-Scanner dadurch beenden und so weitere Scan-Vorgänge verhindern oder verzögern.
Der Quelltext verweist außerdem darauf, dass die US-Behörde CISA seit November 2021 insgesamt 95 Cisco-Schwachstellen als aktiv in Angriffen ausgenutzt markiert hat. Sechs davon wurden demnach in Ransomware-Angriffen missbraucht.
