Der Water Cyber Shield Act von Senator Adam Schiff aus Kalifornien und Senatorin Amy Klobuchar aus Minnesota soll die bundesweite Aufsicht und Finanzierung im Bereich Wassersicherheit ausbauen. Nach dem Entwurf bekäme die Environmental Protection Agency, kurz EPA, eine ausdrücklich verankerte Zuständigkeit für Cybersicherheitsprüfungen. Außerdem dürfte die Behörde Korrekturmaßnahmen anordnen und zusammen mit CISA und NIST Sicherheitsstandards definieren.
Zur Finanzierung dieser Maßnahmen sieht das Gesetz jährlich 300 Millionen US-Dollar für die State Revolving Funds im Bereich Trinkwasser und Abwasser vor. Zusätzlich verlangt der Entwurf Risikoanalysen für große Systeme, weitet die verpflichtende Meldung von Cybervorfällen auf Einrichtungen in staatlicher und kommunaler Hand aus und schützt sensible Daten von Versorgern vor öffentlicher Offenlegung.
Der politische Vorstoß folgt auf koordinierte Cyberangriffe, die zuletzt Dutzende kommunale Wassersysteme in mindestens zwölf US-Bundesstaaten ins Visier nahmen. Im Text genannt werden unter anderem Minnesota, Michigan, Georgia, South Dakota, New Jersey und Alabama.
Parallel dazu haben DEF CON Franklin und die National Rural Water Association, kurz NRWA, auf der DEF CON in Las Vegas das Water Watch Center gestartet. Das Programm richtet sich an kleine Versorger mit geringen Ressourcen, die weniger als 10.000 Menschen versorgen. Nach den im Text genannten Angaben machen sie 91 Prozent der rund 50.000 kommunalen Wassersysteme des Landes aus.
Über das Water Watch Center sollen fünf Cybersicherheitsfirmen direkte Schutzleistungen für diese kleinen Betreiber liefern: Defendify, Legato Security, L1 Secure, Rapid7 und Sentinel Technologies. Sie stellen Managed Detection and Response bereit und teilen Bedrohungsinformationen über die NRWA. Die Anschubfinanzierung für die Initiative kam vom Craigslist-Gründer Craig Newmark.
Die neue Struktur baut auf ein zweijähriges Pilotprogramm auf. In diesem Rahmen wurden laut Text fast 450 ehrenamtliche Cybersicherheitsexperten mit Versorgern in sieben Bundesstaaten zusammengebracht. Nun wird das Water Watch Center nach Maryland ausgeweitet, um zivile Wassersysteme zu schützen, die kritische nationale Sicherheits- und Militärressourcen unterstützen.
Für künftige Abwehrmaßnahmen arbeitet das Water Watch Center zudem mit der Vanderbilt University zusammen. Genutzt werden soll Forschung aus DARPAs CASTLE-Programm. Geplant ist der Aufbau digitaler Zwillinge von Wasserumgebungen, um darauf KI-gestützte Abwehragenten zu testen und später einzusetzen, die Cybereingriffe automatisch erkennen und stoppen können.
