In Suisun City im Raum der Bay Area mit rund 30.000 Einwohnern erklärte die Stadtverwaltung am Freitag, dass Schadsoftware die städtischen IT-Systeme infiziert und kompromittiert habe. Eine amtliche Mitteilung spricht von einem Treffer gegen „kritische öffentliche Sicherheitsabläufe“, darunter die 911-Weiterleitung, die Disposition von Polizei und Feuerwehr, Register und weitere städtische Dienstleistungen.
Die Stadt nahm das gesamte IT-Netzwerk vom Netz und bat Bundes- und Landesstellen um Unterstützung. Nach Angaben der Behörden sind Rettungsdienste weiterhin erreichbar; Anrufe werden über die Leitstelle des Countys weitergeleitet. Am Montag teilten Verantwortliche zudem mit, dass das Rathaus für persönliche Termine geschlossen sei und fast alle Abteilungen für die Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stünden.
Das FBI untersucht den Vorfall und hilft nach Angaben der Stadt dabei, wesentliche Dienste aufrechtzuerhalten. Bei einer Sondersitzung des Stadtrats wurde am Samstag der Notstand ausgerufen, um Nothilfe und finanzielle Mittel für die Wiederherstellung freizugeben.
Auch Coweta in Oklahoma meldete einen schwerwiegenden Vorfall. Die Stadt erklärte, sie habe am vergangenen Mittwoch einen Ransomware-Angriff erlebt, der alle Computer, Dateien und digitalen Dienste betroffen habe. Die Polizei und Feuerwehr nutzen dort externe Systeme, die von dem Angriff nicht erfasst worden seien.
Stadtverantwortliche in Coweta teilten mit, dass Cybersicherheitsexperten mit der Wiederherstellung der Systeme und der Ermittlung des Schadensausmaßes beauftragt wurden. Der Vorfall wurde an Bundes- und Landesbehörden gemeldet, die inzwischen an der Wiederherstellung mitwirken. Die Stadt mit etwa 12.000 Einwohnern verfügt nach eigenen Angaben über externe Datensicherungen, mit denen Dateien und Register wiederhergestellt werden sollen; zuvor müsse das System aber noch von der Ransomware bereinigt werden.
Die Website von Coweta ist weiterhin erreichbar, und auch der Bezahldienst für Rechnungen blieb unbeeinträchtigt, weil er von einem externen Anbieter betrieben wird. Persönliche Zahlungen für Versorgungsleistungen per Kredit- oder Debitkarte im Rathaus können allerdings derzeit nicht angenommen werden. Die Stadt sagte zu, niemandem wegen ausbleibender Zahlung das Wasser abzustellen, solange die Systeme gestört sind.
In Mitchell im Bundesstaat South Dakota wurde am Freitag ebenfalls ein Cyberangriff bekannt, der die Abschaltung staatlicher Netze erzwang. Der Bürgermeister sagte lokalen Medien, dass Notfalldienste nicht betroffen seien und auch die von örtlichen Behörden genutzten E-Mail-Systeme funktionierten. Die Mitchell Republic berichtete jedoch, County-Bedienstete seien angewiesen worden, keine E-Mails aus der Stadtverwaltung von Mitchell zu öffnen.
Zudem legten Coryell County in Texas und Washburn County in Wisconsin Cyberangriffe offen. Das Gerichtssystem von Washburn County teilte am Montag mit, dass Telefon- und Faxleitungen nach dem am Donnerstag gemeldeten Angriff weiterhin ausgefallen seien. Verhandlungen fanden dennoch wie geplant statt, und das elektronische Einreichungssystem blieb unbeeinträchtigt.
Die Vorsitzende des County-Gremiums, Lolita Olson, sagte, das Netzwerk des Countys sei abgeschaltet worden, während Fachleute die Ursache des Ausfalls untersuchten. In dieser Zeit könnten Beschäftigte und Öffentlichkeit vorübergehende Störungen bei Dienstleistungen erleben, die auf Internetzugang oder Kommunikation über die Telefonleitungen des Countys angewiesen seien. Anrufe sollten an 911 gerichtet werden und würden bis zur Wiederherstellung des Telefondienstes an die zuständige Stelle weitergeleitet.
Der Bericht ordnet die Vorfälle in eine breitere Entwicklung ein: Die Angriffe auf lokale Verwaltungen fallen mit einer beunruhigenden Serie von Cyberangriffen auf Wasser- und Abwassersysteme zusammen, die laut dem Text mindestens zwölf Bundesstaaten betroffen hat.
