Die bereits ausgenutzte Schwachstelle CVE-2026-68820 ist ein Use-after-free-Fehler in afd.sys, dem Ancillary Function Driver for WinSock. Microsoft zufolge kann ein lokal authentifizierter Angreifer durch eine speziell präparierte Anwendung eine Race Condition auslösen und so SYSTEM-Rechte erlangen. Eine Interaktion durch den Nutzer ist dafür laut Hersteller nicht nötig.

Satnam Narang, Senior Staff Research Engineer bei Tenable, verweist auf frühere Angriffsmuster rund um afd.sys-Schwachstellen. Auf dieser Grundlage hält er es für möglich, dass CVE-2026-68820 von staatlich unterstützten Akteuren ausgenutzt wurde. Seit 2022 seien bereits drei weitere afd.sys-Zero-Days bei realen Angriffen genutzt worden: CVE-2025-32709, CVE-2025-21418 und CVE-2024-38193. Letztere wurde Narang zufolge Berichten nach von nordkoreanischen Hackern mit Verbindung zur Lazarus-Gruppe ausgenutzt.

Microsoft hebt außerdem CVE-2026-62832 hervor, einen Fehler bei der Link-Auflösung vor dem Dateizugriff im User Profile Service von Windows. Die Schwachstelle kann lokal zur Rechteausweitung missbraucht werden. Nach Angaben des Unternehmens kann ein authentifizierter Angreifer, der über Zugangsdaten für ein anderes lokales Konto verfügt, eine speziell präparierte Anwendung ausführen, um den Registry-Hive eines anderen Benutzers zu laden. Gelingt der Angriff, kann er auf die Daten dieses Benutzers zugreifen oder sie verändern und Administratorrechte erlangen. Auch hier ist keine Benutzerinteraktion erforderlich.

Diesen Fehler stuft Microsoft als öffentlich bekannt ein und geht davon aus, dass Angreifer wahrscheinlich bald versuchen werden, ihn in Angriffen auszunutzen. Ebenfalls als öffentlich bekannt markiert ist CVE-2026-72971, ein Link-Following-Fehler im Windows Container Isolation FS Filter Driver unionfs.sys, der lokales Manipulieren ermöglichen könnte. Bei dieser Schwachstelle hält Microsoft eine Ausnutzung in freier Wildbahn allerdings für unwahrscheinlich.

Weitere Schwachstellen, auf die Verteidiger laut Dustin Childs von der Zero Day Initiative achten sollten, sind CVE-2026-62878, CVE-2026-62893, CVE-2026-62815 und CVE-2026-59124. Dabei handelt es sich um Schwachstellen zur Remotecodeausführung in Windows DNS Server, Windows Deployment Services TFTP Server, Microsoft QUIC und Microsoft HPC Pack. Hinzu kommt mit CVE-2026-62911 eine Schwachstelle zur Rechteausweitung in Exchange Server.

Insgesamt beheben die Sicherheitsupdates im August 2026 laut Microsoft 236 Schwachstellen in Windows, 98 in Office, 98 in Office 2016, 30 in SharePoint Server, 26 in Developer Tools, 17 in Azure, 7 in Exchange Server, 1 in Defender und 6 in weiteren Produkten.

Außerdem enthalten die Updates Korrekturen für zwei nicht von Microsoft stammende CVEs: CVE-2026-6726, eine Spoofing-Schwachstelle, und CVE-2026-6727, ein Fehler zur Offenlegung von Informationen in der TPM-2.0-Referenzimplementierung.