Im Zentrum von Googles Ansatz steht ein mehrschichtiges Modell, das das Unternehmen selbst als „Schweizer-Käse“-Verteidigung beschreibt. Laut Google soll dabei gelten: Wenn Missbrauch durch eine Schutzschicht rutscht, soll die nächste ihn auffangen. So wolle Chrome täuschende Inhalte möglichst an der Quelle stoppen, bevor sie auf Geräten der Nutzer landen.

Bereits umgesetzt ist nach Angaben des Unternehmens, dass Chrome Benachrichtigungsberechtigungen von inaktiven Websites entfernt. Dasselbe gilt für Seiten, die wiederholt Warnhinweise wegen verdächtiger Benachrichtigungen auslösen. Wenn Chrome eine solche Berechtigung widerruft, kann der Browser Nutzer automatisch auch von den Benachrichtigungen der jeweiligen Website abmelden. Google weist darauf hin, dass sich diese automatisch entzogenen Freigaben im Safety Hub einsehen und auf Wunsch erneut aktivieren lassen.

Zusätzlich können Nutzer Benachrichtigungen direkt über das Benachrichtigungsfeld von Android abbestellen. Parallel dazu analysiert Google nach eigenen Angaben Verhaltensmuster über Netzwerke zusammengehöriger Websites hinweg. Dazu zählt auch koordinierte Aktivität von Service Workern. Auf diese Weise will das Unternehmen Gruppen identifizieren, die schädliche oder irreführende Benachrichtigungen verteilen.

Google zufolge erlaubt dieser Ansatz, Berechtigungen von hartnäckigen Missbrauchsakteuren proaktiv zu entziehen. Das soll Nutzer auch dann vor täuschenden Benachrichtigungen schützen, wenn der Inhalt einer Website für sich genommen nicht offensichtlich bösartig erscheint. Für die Erkennung betrachtet Google unter anderem das Volumen von Benachrichtigungen, die Verweildauer der Nutzer auf einer Website, die Häufigkeit von Berechtigungsabfragen und das Nutzerengagement.

Websites, die als störend eingestuft werden, können nach Angaben von Google auf 1.000 Nachrichten pro Minute begrenzt werden. Zusätzliche Anfragen liefern dann einen HTTP-429-Fehler zurück. Bei wiederholten Verstößen können diese Einschränkungen laut Google schärfer ausfallen. Zurückgesetzt werden sie erst nach einer Phase unauffälligen Verhaltens.

Auch die Abfragen für Benachrichtigungsberechtigungen auf Android hat Chrome verändert. Google spricht von einer weniger störenden Oberfläche, mit der Nutzer entscheiden können, ob sie Benachrichtigungen erhalten möchten, ohne dass das Surfen unterbrochen wird. Nach Darstellung des Unternehmens hat diese Strategie unnötige Hintergrundaktivität deutlich gesenkt, den Batterieverbrauch auf den Geräten der Nutzer reduziert und den Lebenszyklus von Benachrichtigungen so verändert, dass Nutzer nur noch Inhalte erhalten, die sie tatsächlich wertvoll finden.

Wer Chrome verwendet, kann die Benachrichtigungsrechte laut Google auf dem Desktop unter „Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Website-Einstellungen > Benachrichtigungen“ prüfen, auf Android unter „Einstellungen > Benachrichtigungen“.