Im Mittelpunkt des Fahrplans steht zunächst die Abwehr des sogenannten „jetzt speichern, später entschlüsseln“-Risikos. Google Cloud will dieses Risiko bis Ende 2027 in kundenorientierten Workloads, in Administrations- und Entwicklerwerkzeugen wie Cloud VPN und Interconnect sowie in Datentransferdiensten wie der BigQuery-CLI und dem Storage Transfer Service abmildern.
Für digitale Signaturen und Identitätsschutz setzt das Unternehmen einen längeren Zeitrahmen bis Ende 2028 an. Dazu gehören laut Google quantenresistente Nachweise für die Software-Lieferkette, die Einführung quantensicherer Zertifikate in der Google-Infrastruktur sowie die Härtung von Identitätsmechanismen wie Cloud IAM.
Auch grundlegende Arbeiten im Schlüsselmanagement sollen insgesamt bis Ende 2028 abgeschlossen werden, wenngleich sich einzelne Bestandteile unterschiedlich schnell entwickeln. Cloud KMS soll bereits ab 2026 den Import quantensicherer Schlüssel unterstützen. Hardwaregestützte Schutzmechanismen wie Confidential Computing und Cloud HSM sowie externes Schlüsselmanagement und von Partnern unterstützte Optionen zur Schlüsselsouveränität sind für 2028 vorgesehen.
Bei den bereits umgesetzten Schritten verweist Google Cloud auf API-Endpunkte, darunter google.com und googleapis.com, die nun den von NIST standardisierten ML-KEM-Schlüsselaustausch im Hybridmodus einsetzen. Außerdem unterstützen Anwendungs- und Proxy-Load-Balancer auf Wunsch quantensicheren hybriden Schlüsselaustausch für TLS 1.3, damit Kunden die Umstellung in ihren eigenen Umgebungen erproben können.
Hinzu kommt, dass Cloud KMS laut Google Cloud nun allgemein verfügbare Unterstützung für von NIST standardisierte Post-Quanten-Algorithmen sowohl für den Schlüsselaustausch als auch für digitale Signaturen bietet. Auf der Hardware-Seite verankert Google das Vertrauen nach eigenen Angaben in Open-Source-Siliziumkomponenten wie Caliptra und OpenTitan. OpenTitan unterstütze bereits einen quantensicheren Startvorgang.
Google macht zugleich deutlich, dass die Umstellung nicht mit dem Zieljahr 2029 endet. Das Unternehmen erwartet, diese Arbeiten noch in den 2030er-Jahren fortzusetzen, um breitere Branchenvorgaben und sich weiterentwickelnde globale Standards zu unterstützen. Genannt werden dabei CNSA 2.0 sowie die in NIST IR 8547 definierten Übergangspfade, die eine endgültige Ausmusterung älterer, für Quantenangriffe anfälliger Algorithmen zwischen 2030 und 2035 vorsehen.
Die Verantwortung verteilt Google klar zwischen sich und seinen Kunden. Die Sicherheit der Infrastruktur beschreibt das Unternehmen als eigene Aufgabe. Kunden müssten hingegen clientseitige Software aktualisieren, den Lebenszyklus ihrer eigenen Verschlüsselungsschlüssel verwalten und Dienste neu konfigurieren, sobald quantensichere Einstellungen verfügbar sind.
Als erste Schritte empfiehlt Google Cloud seinen Kunden, ihre kryptografischen Bestände wie Schlüssel und Zertifikate zu inventarisieren, Entwicklungs- und Betriebswerkzeuge für Bibliotheken mit Post-Quanten-Unterstützung fit zu machen und bestehende Anwendungen gegen die bereits verfügbaren quantensicheren APIs und Load-Balancer zu testen.
